Twang! Records

Mit dem Gedanken, ein eigenes Label zu gründen, trug ich mich schon seit Ende der 1970er Jahre, nach dem so viele kleine unabhängige Plattenfirmen im In- und Ausland auf der Bildfläche erschienen waren.

Die Gelegenheit bot sich, als die Band meines Schwagers in Finnland erste Studioaufnahmen veröffentlichen wollte. Das Label hieß dabei allerdings noch Magic Toe Nail – inspiriert von einer Figur aus meiner Teenager Zeit.

Twang! Records entstand als Label allerdings schon zur gleichen Zeit, weil The Beatitudes erste Live und Übungsraum Aufnahmen auf Kassetten unters Volk bringen wollten.

Es folgt nun eine Liste der Veröffentlichungen auf Twang! und den assoziierten Labels in chronologischer Reihenfolge. Die Angaben folgen dem Schema: Artist – Titel – bei LP auch Einzeltitel (Format, Bestellnummer, VÖ Datum, Auflage) – Kurzbeschreibung. Die Katalognummern der Langspieltonträger sind schlicht fortlaufend vergeben. Warum ich allerdings mit TLP 5891 begonnen habe, wird nicht verraten. Die Nummern der Singles haben, zwar nicht immer aber doch in den meisten Fällen, eine Bedeutung. Sie stehen dann in aller Regel für ein Datum.

Die meisten Tonträger sind vergriffen und werden nicht mehr hergestellt. Jedoch findet man noch lieferbare Titel in meinen Angeboten bei Discogs oder Ebay.

The Beatitudes – early recordings

The Beatitudes…sing in German! (Nein! Nein! Nein! / Sabine oder Ilse / plus Instrumental: Sidewalk Scenes) (Compact Cassette, ohne Bestellnummer, 1982, Auflage unbekannt)

Intressi 12″ Single

IntressiKaksi tähteä /bw Pimeää (Magic Toe Nail 12″, MTN 3045001, 05/83, 482)

Intressi war eine Pop Punk Band aus Nordwest-Finnland in klassischer Quartett Besetzung, stilistisch irgendwo zwischen den Buzzcocks und 70er US Power Pop. Weitere Aufnahmen der Band wurden auf einem lokalen Kassetten Sampler in Finnland veröffentlicht.

The BeatitudesGreetings from Garage Underground (Why Didn’t I…? / Thugs Of All Creeds / Come Back With A Glue / No Girls / Why Me / Wooly Bully / The Frozen Seas Of Io / The Green Fuz / Kicks / I Said I Wouldn’t Care / Won’t Come Back / Saturday’s Son / These Boots Are Made For Walking / Just A Little) (Compact Cassette, ohne Bestellnummer, 11/83, ca. 100)

Die beiden frühen Cassetten Tapes der Beatitudes wurden im November 2017 auf einer CD-R in einer limitierten Auflage von 34 Stück wieder veröffentlicht.

The Grave Of Mystery EP

The BeatitudesThe Grace Of Mystery (Seite 1: Surfing Psychos / The Frozen Seas Of Io – Seite 2: Kaleidoscope Club / So Much) (Twang! 7″, RP 17 476, 06/84, 1602 davon rund zwei Drittel mit flaschengrünem Cover und ein Drittel mit pinkfarbenem Sleeve)

Eine der relativ zahlreichen Neo-Sixties Kapellen in Deutschland in den 80ern. Und sogar eine der ersten. Leider spiegelten die Studio Produktionen den großartigen, authentischen Garage Sound der Band nicht recht wieder. Dies ist die einzige Platte der Originalbesetzung. Weitere Platten der Berliner Gruppe, die sich zunehmend in Richtung Roots Rock entwickelte, erschienen bei Exile Records, Büro/Atatak und Pastell.

Les Black Carnations 1st Single

Les Black Carnations(You Change Your Mood) So Frequently /bw Black Carnations (Twang! 7″, TS 200255, 03/85, 920)

Von Sandy Hobbs (ex-Beatitude) zunächst als Original Beatitudes angekündigt hatte diese wunderbare und vielseitige Combo derartige Spielereien schon bald nicht mehr nötig. Sie waren die Hoffnung des deutschen Sommers der Liebe 1985! Zwischen Modbeat und Paisley Pop. Eine 6-track Mini LP erschien Anfang 1986 bei Pastell als Twang! Produktion.

The Chud 7″

The ChudDon’t Call Me Batman /bw Rumble At The Love-In (Twang! 7″, TS 12-19-4-25, 06/86, ca. 2000)

Batman war ein richtiger kleiner Radio Hit in Berlin damals. Und es wurde die am meisten verkaufte Twang! Single! Der Song ist ein echter Ohrwurm ganz im Stil klassischen Garage Pops, wie man ihn sonst nur in der Nuggets Box findet! Zwei sehr empfehlenswerte LPs erschienen bei LSD Records in Berlin.

My Zen 7″

Rubbermind RevengeMy Zen /bw Lieutenant Salt’s Empty Stomachs Club (Twang! 7″, EFA 04210, 02/88, ca. 700)

Die Band um Sänger/Gitarrist Fred Thurley war die Flower Power Kapelle par excellence! Ihr einziges Manko: sie kam 2-3 Jahre zu spät. Nicht nur die bunten Shows des Quartetts waren sehenswert, auch die Musik war große Klasse! My Zen ist T.Rex meets Freakbeat, und Ltn. Salt ist – na klar – Sgt. Pepper Ära Beatles – mehr John als Paul. Eine LP erschien bei Vielklang. Fred, der schon Anfang der 80er mit Scala 3 guten Gitarrenrock/pop gemacht hatte, versucht immer mal wieder sein Glück mit neuen Projekten.

The Curlettes 7″

The CurlettesWaitin‘ /bw Just For You (Twang! 7″, TS160 877, 06/88, ca. 500)

Die klassische Girlgroup! Drei Vorsängerinnen und dahinter eine Boygroup an den Instrumenten. Auch die Songs schrieben die Jungs. Der Sound: zwischen Ronettes und Undertones – frisch, charmant und druckvoll! Die Jungs machen alle noch Musik, die drei Mädels soweit ich weiß nicht mehr.

High Jinks 7″

High Jinks1000 Times /bw When The Rain Just Falls (Twang! 7″, TS 140 984, 10/88, ca. 600)

Melancholischer Power Pop mit einem Hang zu Folkrock. Tolle Melodien und eine unterkühlte Blondie an den Lead Vocals.

 

These Were Les Black Carnations LP

Les Black CarnationsThese Were Les Black Carnations (Seite 1: What Time Did You Say It Is In New York City? / Black Carnations / You Change Your Mood So Frequently / Who Am I? / Echo Flower Blues / Voices Scream & Murmur – Seite 2: I’ll Keep It With Mine / Black Carnations / Cherrylight / The Hours Are Bleeding / What Goes On) (Twang! LP, TLP 5891, 10/88, ca. 1500)

Nachdem Justine Time a.k.a. Katharina Franck zu Charts Höhenflügen mit den Rainbirds durchgestartet war, mussten wir natürlich die leider so kurzlebigen wie wundervollen Carnations postum mit einem Longplayer ehren. Seite 1 enthält fast die kompletten Studioaufnahmen der Band während Seite 2 den Mitschnitt vom legendären Beat The Beat Festival am 3. Dezember 1985 im Großen Sendesaal des SFB präsentiert.

Black Carnations 2nd 7″

Les Black CarnationsWhat Time Did You Say It Is In New York City? /bw I’ll Keep It With Mine (Twang! 7″, TS 280763, 10/88, ca. 300)

Diese Single wurde eigentlich nur zu Promozwecken aus dem Album ausgekoppelt. Sie spiegelt denn auch die Bandbreite der psychedelischen Folkrock Combo ganz gut wieder.

High Jinks LP

The High JinksTalk Dirty (Seite 1: Sweet Little Lies / What’s Going On / It’s A Fight / To Kill A Man / Dancing Barefoot – Seite 2: Thousand Times / Right Now / Captive / Curse Of A Crying Woman / Bits Of Yesterday) (Twang! LP, TLP 5892, 06/89, ca. 800)

Diese Platte, so toll sie auch musikalisch ist, hätte mich fast bankrott gemacht. Die Kosten stiegen ins für ein winziges Indie Label Unermessliche. Dann ließ uns auch noch die eigensinnige Sängerin Elke im Stich. Die Band versuchte zu retten, was nicht mehr zu retten war. Und doch, dies ist die beste countryfizierte Power Pop Platte aus Deutschland. Wäre sie in Texas erschienen, die Kritiker hätten sich vor Begeisterung nicht eingekriegt.

The What…For! LP

The What…For!the what…for! (Seite 1: Mach‘ mich an / Meany Geany / You Hurt Me / He Doesn’t Work / You Drive Me Crazy / She’s Gone / I Want It All – Seite 2: Of Hopes And Dreams / Comin‘ Home / By Your Side / Clarabella / Heartbeat / Her / The Cost Of Living) (Twang! LP, TLP 5893, 11/89, ca. 2000)

„Deutschlands beste Neo-Sixties Band!“, schrieb der gute Ritchie (Screaming Apple) damals in seinem Fanzine Ex Nexu. Nach „Here Are The Boots“ nach wie vor die schärfste Beatplatte heimischer Produktion! Und die bestverkaufte LP auf Twang!

Wanna Bees CD

Wanna BeesVacation (On A Vacation / Hey Bo Derek / Keep Her Satisfied / I Can Only Gues Who You Are / She’s So Dead / So I Say To You Goodbye / My Little Dittle Dum Dum / Don’t Talk To The Stranger / I’m Gonna Shoot My Brains To Your Face / Baby Come Down / I’m Not Ready To Go / Million Times / And She Wanted More / The Land Of The Thousand Assholes / I Refuse To Be A Clown) (Rosebud CD, rose 1, 03/90, ca. 1500)

Das Label Rosebud wurde von meinem Twang-Tone Partner Lutz, unserem gemeinsamen Kumpel Tobi (Boss von Cuacha Records) und mir gegründet. Zeitgenössischen, alternativen Gitarrenbands wollten wir eine Plattform bieten. Es blieb dann letztlich bei den Wanna Bees aus Finnland, weil wir alle drei wohl doch eher Eigenbrötler sind. Das Album Vacation, aufgenommen zum größten Teil in Sydney im Sound Barrier Studio, ist das m.E. beste der Band aus Helsinki. Lauter knallige Punk Pop Perlen, die einen direkt von vorn anspringen und nicht mehr loslassen. Beim finnischen Gaga Goodies Label, von dem wir die Scheibe auch lizensierten, sind noch vier andere LPs bzw. CDs sowie etliche Singles des Trios (bis Vacation noch Quartett) erschienen.

Silverbones LP

Die SilverbonesDas Leben ist schön (Seite 1: Partycrash / Ja, oder!? / Barbarella / Vorbei / Schwarz / Das Leben ist schön – Seite 2: Angelina / Motorrad / Zerstör mein Gehör / Mund zu / Blondbabe / Comics) (Magic Toe Nail LP, Toe 2, 11/90, ca. 500)

Henni Hell, der Drummer der Silverbones, war lange Zeit mein Hausgrafiker. Danke noch mal, Henni! Du hast meistens einen Superjob gemacht. Er und Henry Alex haben zusammen mit einem inzwischen in Hollywood erfolgreichen Drummer als Silverbones einen wilden, unbeschwerten, melodischen und durchgeknallten Funpunk gespielt, wie vor oder nach ihnen nur die Ärzte es besser mach(t)en! Da die Drei aber auch super chaotisch und im entscheidenden Moment eher antriebsschwach sind, blieben sie von kreischenden Teenies, Star-Schnitten und VIVA Rotationen verschont. Ihre einzige LP bleibt ein Geheimtip bis heute!

Loose Trigger 7″

Loose TriggerDoll Faced Woman /bw Homesick (Magic Toe Nail 7″, Toe 3, 12/90, ca. 1000)

Vier Jungs aus dem Norden Berlins, die für Fantasy, Windjammer und skandinavischen Rock schwärmen. Doll Faced Woman ist punkig und geht nach vorne. Homesick bedient eher kitschige Hardrock Klischees, aber auf sympathische Art.

Wanna Bees 7″

Wanna BeesStand Up /bw Mainstream (Rosebud 7″, rose 2, 02/91, ca. 1000)

Eine Co-Produktion mit Gaga Goodies in Finnland, die den zeitweilig sehr harten kompromisslosen Sound der inzwischen zum Trio geschrumpften Band gut wiedergibt. Mudhoney lassen grüßen. Aber die Songs sind immer noch absolut catchy!

 

 

Peter Subway EP

Peter Subway Andy Warhol / San Diego Blues /bw Remember / Wake Up On A Sunday (Twang 7″, TS 220 287, 06/91, ca. 500)

Anfangs ist er mit seiner Gitarre in U-Bahnhöfen und -zügen aufgetreten. Daher der Name. Diese EP hat er z.T. allein z.T. mit der Band Barking Fish eingespielt. Peters Musik klingt nach Jemandem, der mit The Jam und The Cure aufgewachsen ist. Inzwischen gibt es drei CD Longplayer des nach wie vor aktiven Mr. Subway. Live spielt er übrigens zusammen mit Markus Ekert, dem früheren Leadgitarristen von High Jinks. So schließen sich Kreise.

Fresh ’n‘ Fizzy EP

Lemonbabies Fresh’n’Fizzy (Seite 1: Maybe Someday / No No No No – Seite 2: Peanut Butter / Stay With Me / Telephone) (Twang! 7″, TS 100 000, 10/91, 1055)

Als diese EP erschien gingen die Mädels noch zur Schule. Eine der besten deutschen Girl Groups waren The Lemonbabies. Damals noch sehr von den Sixties beeinflusst, mit hinreissendem Charme und voller Hingabe vorgetragen.

The Beat Godivas EP

The Beat Godivas You Know What Hot Means… (Seite 1: Dedicated K. / Music And Audience – Seite 2: Still Four Years / I Can’t Even Guess) (Twang! 7″, TS 150 391, 10/91, ca. 600)

Trotz des Namens haben diese Berliner mit dem britischen Beat der 60er Jahre gar nicht viel zu tun. Ihre musikalischen Anregungen finden sie eher in Hoboken, New Jersey oder Athens, Georgia, in den 80er Jahren.

 

The What…For! EP

The What…For!Out In The Rain / Rotkarierte Petersilie /bw How I Feel / Say Alright (Twang! 7″, TS 280989, 10/91, ca. 1000, die Hälfte davon in weißem Vinyl)

Leider war dies schon die letzte Veröffentlichung der Berliner Beat Legende auf Twang! Ausser dieser EP und der LP auf Twang! gibt es noch eine erste EP auf Miss-Take Records und ein paar Beiträge zu Compilations. Inzwischen sind auch noch eine weitere 7″ EP sowie eine 10″ EP mit Raritäten der Band bei anderen Labels erschienen.

The Choice LP

The ChoiceIt’s Time To Make The Choice Right Now! (Seite 1: Hawaii 5-0 / I Gave You An Inch / Cryin‘ / She Just Satisfies / Don’t Crowd Me / Right Now / Caveman / I’m Not Like Everybody Else – Seite 2: Glendora / Cryin‘ Shame / That’s Alright / It’s Cold Outside / Pushover / Nothin‘ Remains / Miles (Twang! LP, TLP 5896, 03/92, ca. 500)

Eine Garagen Combo aus Göttingen, deren Sound absolut authentisch rüber kommt. So’ne Mischung aus britischem R&B, kalifornischem Acid Punk und Spätsechziger Detroit Rock. Live war die Band nicht schlecht, aber der optische Eindruck war eher der einer 70er Schweinerock Combo. Ich weiß ehrlich nicht, wer die ganzen LPs gekauft hat, aber sie sind restlos weg.

The Crow LP + CD

The Crow Combat Folk Songs (Tracks: On A Sunny Day In May / Past Times / I Saw Her Walking Down The Street With Tears In Her Eyes / Girl & Ship / I’m Coming Home / Bad Luck In My Family / The Violin / Land Of Milk & Honey / Hopefully The Break Of Day / Train To Moscow / Song To Robert Johnson (nur CD)) (Twang! LP/CD, TLP/CD 5894, LP 02/92, CD 08/92, LP ca. 500, CD ca. 500)

Sänger/Songschreiber Rev. Schulzz wurde hin und wieder mit Bob Dylan verglichen. Auch wenn das vielleicht etwas kühn ist, seine Songs atmen Americana pur. Texas, Arizona und deren musikalische Traditionen lassen grüßen. Die Band aus Hanau hat jedoch nicht lange genug durchgehalten. Das Album ist zeitlos gut.

Die Tanzenden Herzen CD

Die Tanzenden Herzen Ultra! (Tracks: Auch wenn es manchmal nicht so scheint / Irgendwie ist nie / Wie nie zuvor / Immer wieder / Komm einfach mit zu mir / Betrüge mich gut / Einfach auf Papier / Wir müssen sie stoppen / Sag mir / Zeit ist so kostbar) (Twang! CD, TCD 5895, 04/92, ca. 1000)

Klaus Mertens ist großer Paul Weller Fan. Mit den Tanzenden Herzen, seinem nennen wir es mal ruhig Power Pop Trio, versuchte er ein paar Jahre und zwei Longplayer lang, seinem Vorbild nachzueifern. In deutscher Sprache. Dies hier ist das zweite und letzte Album. Die Songs sind OK, die Produktion ist sehr professionell, die Musik hat mitunter sogar was Mitreißendes. Trotzdem hat’s nicht geklappt. Und dabei gibt es massenhaft schlechtere Bands in Deutschland.

The Hawks LP + CD

The Hawks Down On My Knees (Seite 1: Down On My Knees / I’m Gonna Take Her / Earl Of Bloody Knives / American Hero / Might Be New? – Seite 2: Ready To Gallopp / Remoteness / I Can’t Stand It Anymore / Trip To India / Time Goes By (Twang! LP/CD, TLP/CD 5897, 04/92, LP ca. 500, CD ca. 1000)

Neben den What…For! die aufregendste deutsche Neo-Sixties Band. Live waren sie sowieso unschlagbar! Und vergleichen mit den an Pretty Things und frühen Who orientierten What…For! sollte man die Hawks eigentlich eh nicht. Großartige virtuose junge Musiker, deren Sound den Doors ebenso wie den frühen Deep Purple, Brian Auger und Eric Burdon verpflichtet ist. In Frankreich lagen ihnen die Fans zu Füßen. Eine bessere Band mit Sixties Orientierung hat die deutsche Rockszene bislang nicht hervorgebracht. Aber stilistische Grenzen gibt es inzwischen ja wohl kaum noch. Leider haben auch diese Berliner Hoffnungsträger nicht die nötige Ausdauer gehabt.

Loose Trigger CD

Loose Trigger Against The Wind And Tide (Tracks: Loose Trigger / To Be Milk And Water / Hurricane / Rainbow Warriors / Suicide / Lonely Only / Sh- Sh- Shake It Up! / Highkings / Berthas Slugten Slider Band / Statements / Walk My Way / Homesick (Twang! CD, TCD 5898, 04/92, ca. 1000)

Meine Sorgenkinder. Live hat die Band immer mächtig Druck gemacht und eine überzeugende Show hingelegt. So’n bißchen wie Adam & The Ants, nur mehr Rock’n’Roll. Aber das Album entspricht dem leider nicht so ganz. An den Songs liegt’s nicht. Die haben sich bewährt in zahlreichen Gigs. Mangelnde Studio Erfahrung spielte ’ne Rolle. Die Aufnahmen sind zu glatt. Zum Teil fehlt der Biss. Naja, und dann kam das übliche Dilemma. Zu wenig Gigs, schleppende Verkäufe, schlechte Stimmung und Auflösungstendenzen in der Band.

The Candy Dates LP + CD

The Candy Dates Yep! (Seite 1: Downtown Park / Six Tambourines / Big Big Kiss / Happy Hills / My Absolute Favourite Girl – Seite 2: Honey / Marlene / Top Ten Girl / Sophisticated / Brian On The Roof ) (Twang! LP/CD, TLP/CD 5899, 06/92, LP ca. 500, CD ca. 500)

Splash Pop haben sie es selbst genannt. Irgendwo zwischen dem Jingle Jangle der kalifornischen Three O’Clock und dem leichtgewichtigen Indie Pop der C86 Generation ist die Musik der von Göttingen nach Berlin gekommenen Candy Dates anzusiedeln. Zwei der Kandidaten spielten dann bei Viktoriapark. Einer versuchte als Brian Wilson von Schöneberg einen Neustart. Und der Berliner Musikszene treu geblieben sind sie eigentlich alle irgendwie.

The Kliek 7″

The KliekSandra /bw House Of Stone (Twang! 7″, TS 130662, 07/92, ca. 500 mit Twang! Label und 500 mit Grabo Label)

Die holländische Band um Robert Müter und Marcel Kruup gehörte Anfang der 90er zur Creme der europäischen Neo-Sixties Szene. Ihr Stil zwischen dem Folkrock der Byrds und dem anspruchsvollen Beat der Kinks war für eine Weile unübertroffen. Diese Single hier erschien in Kooperation mit dem Kliek eigenen Grabo Label in Amsterdam. Eine großartige LP und etliche Singles und Compilation Beiträge der Kliek erschienen bis zur Auflösung der Band im Jahre 1995. Robert Müter versuchte es zwischenzeitlich mit einer Band namens Kek 66.

Pierre Le Fou CDEP

Pierre Le FouMy Girlfriend Is A Terrorist / Nylon Mac / My Girlfriend…(Club Mix) / My Girlfriend… (Hedonistic Tendencies Mix) (Twang! CDS, TSCD 281 084, 02/93, ca. 500)

Pierre Le Fou gehört zum Kreis der Berliner Gitarren Pop Fraktion um die Candy Dates, Viktoriapark und Groovy Cellar. Dieses Solowerk des Französisch Lehrers aus Berlin ist ein Kleinod, das Genreliebhaber nicht missen sollten. Ohne Quatsch!

Beat Godivas CDEP

Beat Godivas Sideburns / How Am I Coming Down / Anchorage / 2541 (Twang! CDS, TSCD 270 368, 03/93, ca. 500)

Mit dieser EP machten die vier Berliner einen enormen Schritt nach vorn. Absolut konkurrenzfähig im internationalen Vergleich klingt ihr Alternative-Roots-Rock. Ein großartiges Album der Band erschien 1995 bei Strangeways Records. Prioritäten in der persönlichen Berufs- und Lebensplanung der Bandmitglieder vereitelten schließlich den steilen Anstieg der Erfolgskurve der Beat Godivas – könnte man meinen. Die schlichte Wahrheit: es hat mal wieder kein Schwein zugehört!

John F. Kennedy CD

John F. Kennedy Fiction Facing Facts (Tracks: Because I Miss You / Ode To Shelly / Johnny Does Jazz / The Smallest Detail / How Many Times / This Time Together / The Rain That Breaks The Drought / One Day / Out Of Town / I Don’t Believe In Rock’n’Roll) (Twang! CD, TCD 5900, 04/93, ca. 1000)

Die Aufnahmen zu diesem Album entstanden bereits 1988/89 in Sydney. John Kennedy ist ein ruheloser Wanderer. Geboren in Liverpool, aufgewachsen in Australien, lebte er u.a. in den USA, in Hong Kong und eben auch einige Jahre in Berlin. Ihn als Singer/Songwriter zu bezeichnen, ist sicher nicht falsch. Aber diese Scheibe bietet mehr. Wunderschöne Popsongs, gefühlvoll, kraftvoll. Britpop, Power Pop, zeitlose, anspruchsvolle Popmusik eben zwischen Elvis Presley und Elvis Costello. John lebt mit seiner Frau Anja inzwischen wieder in Australien.

The Petals 7″

The Petals Blue Bicycle /bw Box In The Time (Twang! 7″, TS 200 957, 06/93, ca. 1000)

Die erste Single im Twang! Singles Club, der Seven-Inch-Forty-Five-Appreciation-Society. Clubmitglieder bzw. Abonnenten bekamen zur Single eine exklusive Beilage. Leider wuchs der Club nie über eine illustre Mitgliederzahl von rund 130 hinaus. Die Petals sind die wohl wundervollste Gemeinschaft von Blumenkindern und Pilzzüchtern, die je auf diesem Planeten ihre musikalischen Spuren hinterlassen hat. Beheimatet in Wisconsin spielten sie psychedelische Kinderlieder für nie erwachsen gewordene Hippies. Auf ihrem eigenen Label November Rain erschienen zwei LPs und etliche Singles.

The Heartbeats 7″

The Heartbeats Dead End Street /bw Seven Days (Twang! 7″, TS 300 766, 07/93, ca. 1000)

Modbeat aus München. Die A-Seite ist nicht von Ray Davies. Dafür ist die Flipside der Bob Dylan Song. Die Heartbeats gehörten immer zur ersten Garde deutscher Neo-Sixties Kapellen. Rickenbacker Gitarren, cooles Outfit und mehrstimmiger Gesang. Was will man mehr?!

The Grip Weeds 1st 7″

The Grip Weeds She Brings The Rain /bw Strange Bird (Twang! 7″, TS 081 280, 08/93, ca. 1000)

Als ich diese Songs das erste Mal hörte, dachte ich die Byrds sind als Left Banke wiedererstanden. Dazu ist der Sound recht druckvoll, wie es sich für guten Power Pop gehört. Unsere Liaison ist zu einer dauerhaften geworden, wie man dem weiteren Katalog entnehmen kann. Diese Single hier wurde vom ersten Line-Up der Band aus New Jersey eingespielt.

John Kennedy & THe Honeymooners 7″

John Kennedy & The Honeymooners By The Light Of Day /bw Take Me Now (Twang! 7″, TS 011 193, 11/93, ca. 500)

Diese Single war Johns Abschiedsgeschenk an seine Berliner Fans, als er die Stadt Ende 1993 Richtung Hong Kong verließ. Seine als Honeymooners firmierenden Berliner Mitmusiker waren Hans Rohe an der Gitarre und der „Hans Dampf in allen Gassen“ Moe Jaksch ebenfalls an der Gitarre und natürlich am Bass. By The Light Of Day ist ein sehr schön atmosphärischer Song, der an Nick Drake denken lässt. Take Me Now dagegen kommt mit wuchtigen Gitarrenriffs daher, die selbst Jimi Hendrix nicht gefühlvoller in Szene gesetzt hätte. Eine 10″ von John und den Honeymooners ist bei Exile Records erschienen.

The Lemonbabies 7″

The Lemonbabies Maybe Someday /bw Part Three (Twang! 7″, TS 301 172, 12/93, ca. 1000, davon 500 in gelbem Vinyl mit extra Foto Etikett)

Dies war die erste Single der Lemons für Sony. Dank eines besonderen Arrangements mit dem Platten-Multi durfte Twang! die Platten der Mädels auf Vinyl veröffentlichen. Die B-Seite hier stammt allerdings noch aus der prä-Sony Ära und ist sonst nirgendwo erhältlich. Der etwas kryptische Titel Part Three war ursprünglich nur ein bandinterner Arbeitstitel. Bei dem blieb es dann einfach. Der Song selbst stammt von Kaja und zeigt die ex-Lemon-Bassistin von ihrer besten Songschreiberinnen Seite.

The Lemonbabies 10″

The Lemonbabies Poeck It! (Seite 1: Hey, Come On / Telephone / Just A Man / Don’t Mind! Don’t Care! Don’t Want To! – Seite 2: Wonderin‘ How / Maybe Someday / I Know, I Know / Sunshine Blues / I Want It All (Twang! 10″, TEP 4991, 01/94, ca. 1500, davon 500 in gelbem Vinyl, die CD erschien bei Dragnet/Sony)

Das erste Mini Album der Lemonbabies. Aus einer Zeit, da die Bienenkorbfrisuren gerade abgelöst wurden von Netzstrumpfhosen und Lava-Lampen. Einige der Songs gab es schon vorher in Demoversionen, die m.E. zum Teil noch frischer und frecher klingen. Wonderin‘ How ist der tollste, groovigste Song aus dieser Lemonbaby Phase. Da der Lizenzvertrag mit Sony die Pressung von insgesammt 2500 Stück erlaubt, ist theoretisch noch eine Nachauflage möglich.

Popnauts 7″

Popnauts Don’t Understand /bw Had It Before (Twang! 7″, TS 210 769, 04/94, ca. 1000)

Das Trio aus Bonn gehörte Mitte der 90er zu den erfrischendsten, vielversprechendsten Alternative-Pop/Rock Bands in Deutschland. Unwiderstehliche Ohrwurm Melodien gepaart mit viel Drive und unbekümmerter „Hau-Drauf-Attitüde“ brachten den Jungs schnell Fans – vor allem auch weibliche – in allen Teilen der Republik. Zwei weitere 7″ 45’s sind bei Beat Schallplatten bzw. Revolution Inside in Bonn erschienen. Leider hat sich die Band 1997 wegen Studium, Beruf etc. erstmal aufgelöst. Einige großartige Aufnahmen schlummern noch in der Schublade.

Fishermen’s Stew 7″

Fishermen’s Stew Small Life, Hollow Roads, And Fairy Tales /bw Fine (Twang! 7″, TS 121 069, 06/94, ca. 1000)

Greg DiGesu lebte damals in New York, fuhr Gemüse aus, arbeitete als Tontechniker u.a. für Lenny Kravitz und schreibt wunderbare, bissige, melancholische und auch fröhlich subversive Songs. Mit Donovan, Lennon, Dylan und sonst wem ist schon verglichen worden. Mit der Band Fishermen’s Stew hat Greg in den USA zwei CDs rausgebracht. Später war er der Songschreiber und Vorsänger einer Combo namens Speedsters & Dopers, inzwischen ist er Familienvater und lebt im Süden der USA.

House Of Vibes LP

The Grip Weeds House Of Vibes (Seite 1: Out Of Today / Salad Days / Close Descending Love / Realize / Someone / Embraces – Seite 2: Always Come / Don’t Belong / Haunted / Realize / Before I Close My Eyes / Walking In The Crowd) (Twang! LP, TLP 5901, 07/94, ca. 500 in himmelblauem Vinyl, CD auf Ground Up Records, USA)

The Grip Weeds Mk II und die großartige Debüt LP der vier Paisley Pop Vertreter von der amerikanischen Ostküste. In dieser Besetzung waren sie auch im Herbst ’94 mit den Lemonbabies auf Tournee in Deutschland und Österreich. Die Musik der Grip Weeds – der Name leitet sich übrigens von John Lennons Rolle als „Private Gripweed“ in Richard Lesters Film „Wie ich den Krieg gewann“ ab – die Musik ist den großen amerikanischen Power Pop Legenden The Left Banke, The Raspberries und Big Star ebenso verpflichtet wie britischen Vorbildern, als da sind The Who, The Move und nicht zuletzt The Beatles.

Cuban Rebel Girls 7″

Cuban Rebel Girls Cry Baby Killer /bw Six Feet Underground (Twang! 7″, TS 181 243, 10/94, ca. 800)

Musikalisch orientierten sich diese vier Berliner/innen – paritätisch 2M/2W besetzt – an den Cramps ebenso wie an Blondie oder Green On Red. Mit ihrer 1997 bei Veracity erschienenen LP „Blood Orange“ lieferten sie die beste deutsche Produktion des Jahres ab. Sogar der Rolling Stone wurde aufmerksam. Aber ach, Label Pleite und private Widrigkeiten ließen die Karriere enden bevor sie richtig begann. Offiziell nie aufgelöst ist die Band aber lange schon inaktiv.

Rudi Protrudi 7″

Rudi ProtrudiGimme Danger /bw Message To Pretty (Twang! TS 011 191, 011/94, ca. 500)

Der ungekrönte König des US Garage Rocks in den 80ern. Mit den Fuzztones wurde er beinahe schon zur Legende. 1994 lebte Mr. Protrudi als Existenzialist einige Zeit in Holland und trat gelegentlich solo mit Akustik-Gitarre auf. Ein paar seiner persönlichen Lieblingssongs nahm er auch in diesem sparsamen Arrangement im Studio auf. Hier sind zwei davon: Gimme Danger von den Stooges und Message To Pretty von Arthur Lee & Love. Rudi hat übrigens auch ein komplettes Country Album bei Music Maniac veröffentlicht.

The Grrovy Cellar 7″

The Groovy Cellar The Summer Of Falling Stars /bw You Make Me Feel Younger Than I Am (Twang! 7″, TS 190 587, 02/95, ca. 1000)

Natürlich finde ich alle Platten auf Twang! gut. Sonst hätte ich sie ja schließlich nicht gemacht. Aber diese hier ist eine meiner absoluten Lieblingssingles! Olaf „The Magic Shoemaker“ ist einer der besten Songwriter hierzulande, und seine Band verkörpert wie keine zweite in Deutschland den wundervollen, oft etwas wehmütigen, Gitarrenpop vom Schlage der TV Personalities, Times oder Direct Hits. Die B-Seite (oder wie Olaf meint AA-Seite) der Single ist obendrein eine großartige Hommage an die einschlägige Berliner Szene der 80er bis frühen 90er. Weitere Platten von Groovy Cellar erschienen bei Marsh Marigold in Hamburg und inzwischen auf dem bandeigenen Label.

King Here After 7″

King Here After Whore /bw Dark Soon (Twang! 7″, TS 030 194, 02/95, ca. 1000)

Mal abgesehen davon, dass diese Single auch von einer Gitarrenband kommt, könnte der Unterschied zur gleichzeitig veröffentlichten Groovy Cellar 7″ nicht größer sein. Meint man zumindest beim ersten Hören. Aber wenn man genauer hinhört, merkt man, auch hier gibt es große Melodien und absolute Offenheit und Ehrlichkeit in Ausdruck und Interpretation. Dinge die für mich entscheidend sind bei der Beurteilung von Musik. Man merkt einfach, die Jungs stehen 100% zu dem, was sie darbieten. King Here After kommen aus Uppsala in Schweden. Sie sind artverwandt mit anderen schwedischen Bands wie The Soundtrack Of Our Lives oder Clawfinger. Irgendwie haben die fünf aber immer Pech gehabt, und es ist nie ein Longplayer von ihnen erschienen, obwohl zahllose gute Aufnahmen vorhanden sind. Soweit ich weiß, existiert die Band unter diesem Namen nicht mehr.

Looney Tones CDEP

Looney Tones Thanxgiving (Tracks: Sit Down / Thanxgiving Day / Can’t Get Enough / Miracles / If We Try) (Twang! CDEP, TCD 4992, 04/95, ca. 500)

Klassischer Power Pop mit einem leichten Hang zum Mainstream wird von diesem Berliner Quartett gespielt. Die CD war sehr schnell ausverkauft, da die Jungs durchaus eine solide Fanbasis in Berlin und Umgebung hatten. Kontakte zu großen Firmen erbrachten schließlich aber doch nix Richtiges. Und so gibt es mal wieder reichlich tolles unveröffentlichtes Material. Die beiden Songschreiber der Band, Sven Baer und Andi Wolter, versuchten einen Neustart mit deutschen Texten unter dem Namen Patient McCartney. Daraus wurde dann wohl auch nichts.

Tomorrow’s Pebbles Today Box

Various Artists Tomorrow’s Pebbles Today! Box Set incl. 7″ 2CD + T-shirt (7″: The Twang Stars – Psychedelic Situation /bw Njet Njet, CD1: The Weirdo Stompers – Beetle Bop / The Chud – Don’t Call Me Batman / The Beatitudes – Ooh, My Head! / The Lemonbabies – Stay With Me / The Groovy Cellar – Silly Season / The Candy Dates – Summer Sun / Pierre Le Fou – My Girlfriend Is A Terrorist / Les Black Carnations – Each Gray Day / The Petals – Little Red Guern / High Jinks – When The Rain Just Falls / Mind Kiosk – Sugared Cornflake Dream / The Chamberdeacons – In Your Dreams / Swinging London – Tell Me / The Slow Slushy Boys – G.U.R.L. / The Cybermen – Get To Grips / The Grip Weeds – In Waking Deams / The Cuban Rebel Girls – You’re Bringing Me Down / John Kennedy – The Ghost Of Newtown / Beat Godivas – How Am I

The Twang Stars 7″

Coming Down / Fishermen’s Stew – Regrets / Lost Patrol – Madness Is Mine / The Stormclouds – The Day The Earth Stood Still, CD2: The Curlettes – Waitin‘ / Love Bomb – Young / Looney Tones – Miracles / Most Wanted Men – Good Girls Go To Heaven / Rubbermind Revenge – My Zen / The Treblemakers – Anything About You / The Great Potato Fair – Eight Miles / Vintage Riot – Peggy / The Shotguns – It’s Alright / Diee Soc’s – Cold World / The What…For! – Bad Night / The Heartbeats – Don’t Look Back / Popnauts – Sun / The Hawks – Insatable Fire / The Crusaders – Horn Rimmed Girl / The Pop Tarts – You Make Me Sick / Essential Pilots – Risk It / Die Flames – So Close / Sit’n’Spin – Sick / Slick – Stay Away / King Here After – Lycanthrope’s Weekly Therapy Treatment Chat / Leeman – Not Strong Enough) (7″ TS 050 367, CD TCD 5902/03, 08/95, 444, mit T-shirt nur 350)

Tomorrow’s Pebbles Today Booklet

Diese tolle Jubiläums Box zum 12-jährigen Bestehen des Labels enthält die ganze Bandbreite dessen, was auf Twang! möglich war und ist. Keine Best of Twang! Sammlung, zumindest nicht im herkömmlichen Sinn. Denn viele der Tracks sind vorher nicht veröffentlicht gewesen. Einige Bands sind auch sonst nie auf Twang! erschienen, manche überhaupt sonst nirgendwo. Es sind schlicht Freunde bzw. Leute, die klasse Musik machen! Auf einzelne Bands oder Songs hier einzugehen, würde den Rahmen dieser Website sprengen. Anfragen beantworte ich aber gern, soweit es mir möglich ist.

Mind Kiosk CD1

Mind Kiosk Mind Kiosk (Tracks: Out Of My Mind / Feel The Weight / Sugared Cornflake Dream / Stay Home & Read A Good Book / Constable Jones / I Believe) (Twang! CDEP, TCD 4993, 08/95, ca. 500)

Diese Kapelle aus Hildesheim ist eine der besten Sixties orientierten deutschen Bands der 90er Jahre. Ok, so viele gab es da glaube ich nicht. Aber die Jungs können es ohne Weiteres mit solchen Britpoppern und Britrockern wie Kula Shaker oder Supergrass aufnehmen. Drei Songschreiber in der Band sorgen zudem für Abwechslung.

The Lemonbabies LP

The Lemonbabies Pussy!Pop (Seite 1: Photo Love Story / Terrorists / Keep You In My Arms / Nothing I Can Do / Nobody’s Go Now / I Won’t Forget The Night – Seite 2: Summer / When Will I See Him / Can’t Control Myself / Individual / Rage In Her Head / He Should Leave You Alone / Cutie) (Twang! LP, TLP 5904, 09/95, ca. 1300, CD erschien bei Dragnet/Sony)

Der erste richtige Longplayer der Lemonbabies und die letzte Platte mit Bassistin und Gründungsmitglied Kaja. Für einige Lemon Fans der ersten Stunde war diese Platte der Scheideweg. Denn die Mädels entwickelten sich langsam weg vom Sixties Girlpop und wurden tatsächlich richtig professionell. Andererseits lernten viele junge Menschen die Lemonbabies nun erst kennen und begleiten Deutschlands beste Damen Kapelle bis heute als treue Anhänger/innen. Die geschäftlichen Wege von mir und den Lemonbabies trennten sich im Jahr 1996. Wir stehen aber nach wie vor in freundschaftlichem Kontakt. Übrigens darf auch diese Vinyl LP laut Lizenzvertrag noch nachgepresst werden bis zur Gesamtauflage von 2500 Stück.

The Heartbeats CD

The Heartbeats Two Down, Four To Go (Tracks: Don’t Look Back / I Won’t Be There / Never Realized / Try Not On Her / You Can’t Come Back / In This Town / Getting Nowhere / A Case Of Blues / Better Days Coming / Dining With Vanessa / You’re Going To Break My Heart / Goodbye My Friend / The Day We Were Born) (Twang! CD, TCD 5905, 10/95, ca. 500)

Es sieht so aus, als seien die besten deutschen Neo-Sixties Bands alle bei Twang! erschienen. Wobei Neo-Sixties in diesem Zusammenhang nicht heißt, diese Musik klingt authentisch so wie die Beatbands damals. Es sind eher die Orientierung im Songwriting, Arrangement sowie stilistische Anleihen hier und da, die den Bezug zum innovativsten Jahrzehnt der Popmusik herstellen. Der Sound, die Produktion bei den Heartbeats und den meisten anderen neuen Bands ist auf dem aktuellen Stand, ohne gleich sklavisch alle technischen Neuerungen zum Maßstab zu nehmen. Die Musik der Heartbeats aus München erinnert an die Byrds wie an die Beatles, an Tom Petty ebenso wie an die Kinks.

The Early Hours LP

The Early Hours Greatest Hits Vol.1 (Seite 1: She’s A GoGo / Big Star / Hurtful / Groovy Kind Of Girl / Burn Baby Burn / Get What I Want – Seite 2: Baby / E.K. Special / Sunshine Changes Everything / Dialled Of Her Mind / Two Girls / This Is No Good) (Twang! LP, TLP 5906, 03/96, ca. 800)

Mit den Early Hours aus Perth, West-Australien, kam Mitte der 90er der echte Garage Pop wieder zurück. Sie stehen ihren heimischen Vorbildern The Stems in Nichts nach. Ohrwurm auf Ohrwurm knallt einem in die Gehörgänge. Die LP enthält zwei Tracks mehr als die australische CD auf Spinning Top. Und die LP klingt besser! Nicht nur weil Vinyl sowieso besser klingt, sondern auch weil wir die Aufnahmen noch mal ordentlich remastert haben. Zweimal waren die Jungs zu ausgedehnten Tourneen in Europa. Ihr bislang letztes Album erschien bei Rocket Records in Sydney als CD und auf Hellfire Club Records in Frankreich als Doppel 7″EP. Bei Screaming Apple Records ist auch eine 7″ erschienen.

The Cybermen LP

The Cybermen Needle’s Eye (Seite 1: Tell It Like It Is / Made Your Bed / One Spy Too Many / Dominoes / Get To Grips / Walking On The Wire – Seite 2: Tides Of Times / Penguin Walk / Zero Gravity Mood / Afternoon In The Hideout / Place To Be / Needle’s Eye) (Twang! LP, TLP 5907, 03/96, ca. 1000)

Ende der 80er waren sie die einzige Sixties orientierte Band in Finnland. Inzwischen haben die Jungs aus Helsinki ihren groovigen, Orgel-lastigen Sound aus Spacepop, Lounge und Beatmusik zum eigenen Markenzeichen perfektioniert. Dies hier ist das zweite von drei Alben der Band, die allesamt auf ihrem eigenen Label Destination Uranus erschienen sind. Die erste Platte nur auf Vinyl, diese hier sowie die dritte „Element X“ nur als CD. Aber von der zweiten LP gab es ja das Vinyl auf Twang!

Vintage Riot 7″

Vintage Riot Come As You Are / He Beat It All /bw Redfire / Colourball (Twang! 7″, TS 070494, 05/96, ca. 500)

Kurt Cobains „Come As You Are“ in einer Rockabilly Version. Das nötigte selbst Wolfgang Doebeling Respekt ab. „Da merkt man erst, was für ein guter Song das ist.“, schrieb er im Rolling Stone zu dieser Platte.

Jalla Jalla 7″

Jalla Jalla Hospital Waltz /bw Jukebox Jive (Twang! 7″, TS 250 283, 06/96, ca. 500)

Die Ramones aus Rovaniemi. Das ist die Hauptstadt Lapplands, für alle die in Erdkunde nicht so fit sind. Wie alle finnischen Bands, die ich kenne, sind auch diese Jungs vor allem live ’ne Wucht! Aber ihre Platten, mit einer ganz eigenen Mischung aus Punk, Ska und Power Pop, sind auch sämtlichst hörenswert. Drei Longplayer und diverse Singles gibt es bei Hiljaiset Levyt in Finnland. Sogar in den USA erschien eine CD in Lizenz bei NKVD Records.

The Grip Weeds 2nd 7″

The Grip Weeds We’re Not Getting Through /bw I Can Hear The Grass Grow (Twang! 7″, TS 171 067, 09/96, ca. 500)

Noch eine großartige Single der formidablen Grip Weeds aus New Brunswick, New Jersey. Die A-Seite ist ein Vorgeschmack auf das folgende Album, übrigens noch in einer noch etwas ungeschliffenen Version. Die B-Seite ist natürlich der Freakbeat Klassiker der Move in einer Version, die dem Original den nötigen Respekt zollt!

Thee Ultra Bimboos EP

Thee Ultra Bimboos We Can Go On Together With Suspicious Minds (Seite 1: Suspicion / Flashboy – Seite 2: Mrs. Bobbit / Ice Queen) (Twang! 7″, TS 020 596, 10/96, ca. 500)

Die Königinnen des Garagensounds aus Helsinki! Eine der besten zeitgenössischen weiblichen Rock’n’Roll Bands, ohne Flachs! Und die meisten Herren Combos können sich von Sound, Auftreten und Engagement der vier Ladies auch noch ’ne Scheibe abschneiden.

Mind Kiosk CD2

Mind Kiosk Mind Kiosk (Tracks: I Was Wrong / Young Boy / List Of Things To Do / Turn Back Time / From Where Do I Know You) (Twang! CDEP, TCD 4994, 05/97, ca. 500)

Die zweite Sammlung wundervoll eingängiger Popsongs der Hildesheimer. Aus dem Organisten ist eine Organistin geworden, und der Schlagzeuger hat auch gewechselt. Stilistisch aber bauen die fünf Musiker auf Kontinuität. Small Faces und Zombies sind die Paten. Und mit Kula Shaker hat die Band nicht nur den Grafiker gemeinsam. – Inzwischen, im Jahr 2001, sind die Jungs nur noch zu viert. Ihre erste richtige LP erschien nur auf Vinyl bei Swamp Room Records in Hannover.

Thee Ultra Bimboos Compilation CD

Thee Ultra Bimboos We Can Stop Whenever We Want (Tracks: He Kissed Me / Hypnotized / Mrs. Bobbit / Ice Queen / I Rule! / Who Stole My Underwear? / Weird Guy / Suspicion / Ride / Flashboy / Revenge! / Coffeebreak) (Twang! CD, TCD 5908, 10/97, ca. 1000)

Eigentlich ist dieser erste Longplayer der vier finnischen Garage Queens lediglich eine Compilation ihrer zuvor auf Vinyl Singles, EPs und Samplern erschienen Songs. Aber musikalisch setzt dieses Album Maßstäbe! Kaum eine andere Genre Veröffentlichung in den 90ern ist wilder, psychedelischer und aufregender! Ihre männlichen Kollegen stecken die Ultra Bimboos dabei lässig in die Tasche. Die Girls haben Biss, Charisma und Humor!

Mit der Bestellnummer TCD 5909 war ein Album der Berliner Band LeeMan vorgesehen. Unter diesem Namen hat ein Rock und Power Pop Trio um den Sänger, Songschreiber und Gitarristen Ralf Lehmann Anfang der 90er Jahre ziemlich Furore gemacht. Eine gute Stunde – 17 Songs – erstklassigen Materials stilistisch von The Clash über Prince bis Nirvana sollte Ende 1997 erscheinen. Daraus ist dann doch nichts geworden. GTM, ein anderes Berliner Label, wollte in die Bresche springen. Leider ist die Scheibe bis heute nicht erschienen. Ralf L. macht inzwischen mit dem Gitarristen Flo zusammen als The Smashtones wunderbare Popmusik. Und er spielt in der Cover Band Berlin Beat Club und in noch anderen Bands.

Supermess LP + CD

Thee Ultra Bimboos Supermess (Seite 1: 95% Fake / Treasure / Complicated Girl / Doggy / Turn Out The Lights / Bubblegum Boy / Bite Of A Vampire – Seite 2: Supermess / Pissed Off / She’s Gone / Tarzan / Thank God For Lousy Lovers / 9 Inch Heels) (Twang! LP/CD TLP/CD 5910, 05/98, LP 520, CD ca. 1300)

Supermess setzt den großartigen, wild psychedelischen Garage Rock im Stil der Cramps, Dead Moon etc. fort. Erfolgreiche Tourneen durch Deutschland und die Benelux Staaten festigen den Ruf der vier Ladies aus dem Norden als heisseste Garage Girl Group Europas. Mittlerweile ist das dritte Album der Band in Finnland bei Stupido Twins und als Vinyl Album mit Klappcover bei Thunderbaby Records erschienen. Die sehr sehenswerten Videos der Damen liefen gelegentlich bei Viva 2.

Larry And The Lefthanded LP

Larry And The Lefthanded Quantum Rider (Seite 1: West Side Mind / Quantum Rider / T.N.M.F. / Last Of Them Days / Torremolinos – Seite 2: No Man’s Land / Dagger Of Love / Bachelor / Dance Me Me / Bad Luck Love) (Twang! LP, TLP 5911, 06/98, ca. 800, CD in Finnland auf Texicalli, CD in Deutschland auf Strange Ways)

Angefangen haben diese vier Finnen als Garage Punk Band. Ihre ersten beiden 7″EPs klingen denn auch noch recht trashig. Aber schon bei der dritten 7″, die sie mit M.A. Numminen, dem Enfant Terrible der finnischen Rock & Popszene, aufnahmen, wurde ihre Musik moderner und experimenteller. Noch deutlicher wurde das dann auf ihrem ersten Longplayer „Diabolika“, erschienen als CD und 10″ Vinyl Album bei Texicalli in Finnland. Dieses Album nun ist eine geniale Mischung aus Garage Pop, Lounge, TripHop und finnischer Melancholie. Mit Theremin und alten analogen Moogs wird das herkömmliche Rockinstrumentarium ergänzt. Und die Jungs sind sogar in der Lage, diese Sounds, diese Stimmung live zu reproduzieren. Sänger/Bassist Timo und Tastenschrauber Vilunki 3000 bilden inzwischen mit einem weiteren Kollegen die Op:l Bastards, deren erstes Album gerade in Deutschland erschienen ist. Ihre erste Band macht derweil Pause und heisst übrigens jetzt nur noch And The Lefthanded. Larry ist in Pension gegangen. Aber auch das ist inzwischen schon wieder längst Geschichte.

Vintage Riot CD

Vintage Riot Una Festa Sui Prati (Tracks: Una Festa Sui Prati / Peggy / She Doesn’t Want To Know About Me / Atomic Sand / San Francisco Bay Blues / Baby Let’s Play House / Dull / Duffle Coat Darlin‘ / I Need You / El Gato Loco / That’s Life / Watcha Gonna Do / Angelina / Liar / Please Don’t Talk About Me When I’m Gone / Pale Moon / Boys) (Twang! CD, TCD 5912, 09/98, ca. 500)

Dieses Berliner Trio als Rockabilly Band zu bezeichnen, würde entschieden zu kurz greifen. Allerdings ist das wohl auch ein Problem für Sänger/Gitarrist Henry, Bassist Jens und Standschlagzeugerin und gelegentliche Vokalistin Britta. Denn die konservative Rock’n’Roll Szene beäugt die Band eher misstrauisch. Nicht nur dass Adriano Celentano, Frank Sinatra und The Sex Pistols gecovert werden. Vintage Riot machen auch stilistische Ausflüge in Beat, R&B und Country Pop. Dennoch, oder gerade deshalb ist dieses Album so abwechslungsreich und einmalig!

Vintage Riot Christmas With You (Tracks: Rudolph, The Red-Nosed Reindeer / White Christmas / Christmas With You / Christmas Medley) (Twang! CDS, TSCD 241298, 12/98, ca. 120)

Auch auf Twang! gibt es eine unvermeidliche Weihnachtsplatte. Diese hier ist jedoch so verrückt, dass festliche oder gar wehmütige Stimmung einfach nicht aufkommen will. Eher also was für die Sylvester Party! Vintage Riot gibt es übrigens seit Anfang 2001 leider nicht mehr.

The Sound Is In You DoLP

The Grip Weeds The Sound Is In You (Seite 1: Intro / In Waking Dreams / Ready And Waiting / Morning Rain / Every Minute – Seite 2: A Piece Of My Own / Tomorrow / Everything And All You Feel / What I Believe Is You – Seite 3: Better World / Games / Down To The Wire / Strange Bird / Lazy Day – Seite 4: What’s In Your Mind / We’re Not Getting Through / Inca / Outro) (Twang! DoLP, TLP 5913, 05/00, ca. 500, CD auf Ground Up Records, USA)

Mit diesem Album haben sich die Grip Weeds selbst übertroffen! Kaum eine andere Band bekommt diese Mischung aus Sixties Psychedelia, anspruchsvollem Pop und zeitgenössischem Rock so perfekt hin. Die Brüder Rick (g) und Kurt (dr) Reil, Kristin Pinell (g) und Michael Mattboy (b) gehören zur ersten Liga des amerikanischen Underground Pop mit Bands wie The Shazam, Cotton Mather und Wondermints. Von Buffalo Springfield bis zu den Moody Blues der frühen 70er reichen die stilistischen Anleihen auf „The Sound Is In You“. Die Leadvocals kommen meist von einem der Brüder, doch singen alle vier wundervolle Harmonies. Das von Kristin gesungene „Down To The Wire“ aus der Feder Neil Youngs ist nur eines der vielen Highlights der Platte. Das Vinyl Doppelalbum klingt nicht zuletzt wegen der Abspielgeschwindigkeit von 45 UpM vorzüglich. Gegenüber der CD enthält die Vinylausgabe auch einen Song mehr. The Grip Weeds sind nach wie vor aktiv und haben seither weitere Alben veröffentlicht.

The Boots 7″

The Boots Not Fade Away /bw One Step Ahead Of The Blues (Twang! TS 240 905, 03/07, 508 Stück)

Nach fast sieben Jahren Pause gab es eine neue Veröffentlichung auf Twang! Die legendäre Berliner Sixties R&B Band The Boots fand sich im Jahr 2005 wieder zusammen, um ein einmaliges Re-Union Konzert aus Anlass ihres 40-jährigen Bühnenjubiläums zu geben. D.h. die noch lebenden Mitglieder der Band, Jörg „Jockel“ Schulte-Eckel (voc, guitar), Bob Bresser (voc, bass) und Werner Krabbe (lead vocals) wurden ergänzt durch neue zeitweilige Bandmitglieder Michael Strauss (organ), Wolfgang Seidel (drums) und Olivier Putzbach (harmonica). Bei den Proben für das Re-Union Konzert, das am 24. September 2005 im ausverkauften Quasimodo in Berlin zu einem großartigen Erfolg wurde, entstanden einige Aufnahmen im Übungsraum der Band in den Katakomben unterm Flughafen Tempelhof. Leider war Werner Krabbe bei diesen Aufnahmen nicht dabei, so dass die Lead Vocals von Jockel übernommen wurden. Inzwischen sind auch Werner und Jockel verstorben. Mit weiteren Veröffentlichungen der Boots ist also nicht mehr zu rechnen.

Petting 7″

PettingGalaxy /bw Ne Me Touche Plus (Twang! TS 270 407, 09/07, 508 Stück)

Petting sind DIE französische Beat–Pop–Institution überhaupt! 1961 in Aix en Provence gegründet, liegt ihr Durchschnittsalter konzeptbedingt nach wie vor bei 17 Jahren. Egal, was Ihr in den letzten 40 Jahren an Beat–Pop aus France gehört habt – irgendwie hatte irgendwer von Petting immer seine Finger mit im Spiel. Das gilt besonders für die Klassiker von Brigitte Bardot über France Gall bis hin zum Großmeister Serge Gainsbourg. Wer sich jetzt überlegt, die Single zu kaufen oder auf ein Konzert der Band zu gehen, sollte sich bitte davon nicht abbringen lassen, auch wenn Petting in Wirklichkeit ein Quintett aus Berlin sind. Teenie–Weenie–Twang–A–GoGo in Originalqualität! Schere raus, Pony nachschneiden, auf die Vespa – et Alléz!

Mike & The Ravens 7″

Mike & The RavensGreyhound Bus / Pretty Polly (Twang! TS 090 162, 04/11, 500 Stück)

Zu dieser Veröffentlichung kam es über den Kontakt zur finnischen Band Them Bird Things. Deren Produzent Will Shade stammt aus New York und ist ein alter Bekannter der Band Mike & The Ravens. Die Band wurde bereits in den frühen Sixties ganz im Norden des Staates New York gegründet als Rock’n’Roll Band damals. Nach nur drei Singles und einem Vorfall mit lauter Musik in einer Kirche ihres Heimatorts wurde die Band 1963 eher zwangsweise aufgelöst. Will Shade entdeckte die Band im Rahmen seiner Forschungen als Musikjournalist. Er lernte die Musiker persönlich kennen und konnte sie zu einer Re-Union bewegen. Die ganze spannende Geschichte kann man an anderer Stelle ausführlich nachlesen. Jedenfalls nahm die Band 2010 ein neues Album auf. Und ich durfte mir zwei der Tracks für eine 7″ aussuchen. „Greyhound Bus“ ist mehr oder weniger Garage Rock mit viel Drive, „Pretty Polly“ ist ein altes Traditional, das die Band hier als Garage Folk vorträgt.

Beat Organization 7″

Beat OrganizationBeat ici là-bas / Plastic People / Un train (Twang! TS 070 900, 07/17, 500 Stück)

Die Beat Organization ist eine Berliner Institution seit den späten 90er Jahren. Eine Beat, Garage und R&B Band, die fast ausschließlich obskure, weniger bekannte aber nichtsdestotrotz großartige Musik der Sixties Beat Ära live spielt. Mastermind ist Olivier Putzbach, der für die Auftritte der Band auf einen ganz großen Pool von Musikerinnen und Musikern zurückgreifen kann, ganz wie das jeweilige Motto eines Gigs es erfordert. Auch die drei Tracks für die 7″ sind quasi live mitgeschnitten. Neben Olivier spielen hier u.a. Musiker der What…For! sowie anderer namhafter Berliner Garage Bands mit.

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