Single Favoriten

Hier setze ich nun die Rubrik meiner alten Homepage fort und stelle in unregelmäßigen Abständen Vinylsingles vor, die ich ganz besonders gerne mag. Dabei wird es sicher immer mal einzelne 7“ 45s geben, die mir spontan gefallen bzw. einfallen. Oder aber ich trage gleich mehrere zusammen, die in irgendeinem Zusammenhang miteinander stehen. Lasst euch einfach überraschen.

Wieder ein Block von diesmal 19 Singles, die zwischen 1966 und 1969 erschienen. Die Cover stammen mit einer Ausnahme von den deutschen Veröffentlichungen. Die Auswahl der Singles folgt keinem festgelegten Muster. Es sind einerseits Singles, die ich besonders toll finde, andererseits sind etliche dabei, die in irgendeiner Weise meine besondere Aufmerksamkeit auf sich zogen. Nicht alle Singles dieses Blocks kannte ich schon damals, als sie rauskamen. Und die meisten habe ich tatsächlich auch erst wesentlich später erworben. Die Reihenfolge der Vorstellungen ist chronologisch.

Syndicate Of Sound – Little Girl / You (Columbia Stateside C 23 236, 07/1966)

Diese Single kannte ich im Jahr 1966 noch nicht. Wann ich sie zum ersten Mal hörte, weiß ich nicht genau. Es muss aber so Mitte der 1970er Jahre gewesen sein. Wahrscheinlich lernte ich den Track durch irgendeinen Sampler kennen. In den USA war „Little Girl“ ja ein veritabler Hit. Der größte der der kalifornischen Garage Pop Band. Und es ist ja tatsächlich auch eine ganz herzallerliebste Teen Pop, Garage Pop Nummer, schlicht aber absolut effektiv. Jangelnde Gitarren, schepperndes Schlagzeug und eine absolut eingängige kleine Melodie. Besser geht’s nicht! Auf der B-Seite ein eher melancholisches Garage Pop Stück mit Flötensolo und dezentem Piano unterlegt. Absolut stimmig. Die A-Seite ist aber natürlich der Klassiker schlechthin. Dabei wollte die Aufnahme wohl zunächst niemand veröffentlichen. Nachdem jedoch ein kleines lokales Label im Frühjahr 1966 innerhalb einer Woche 5000 Stück absetzte, nahm Bell Records die Single in Lizenz für den nationalen Vertrieb und „Little Girl“ kletterte bis auf Platz 8 der Billboard Charts. Das führte dann auch zu einer Lizensierung durch EMI in Köln. Ob allerdings die Empfehlung von DJ Fred „Das ist Spitze!“ zu erfolgreichen Umsätzen hierzulande führte, muss bezweifelt werden. In den deutschen Charts tauchte das „Little Girl“ jedenfalls nicht auf.

The Koobas – Sweet Music / Face (Columbia C 23 299, 09/1966)

Auch diese Single kannte ich damals nicht. Ja ich bin sogar erst vor wenigen Jahren auf die deutsche Veröffentlichung gestoßen. Und auch die Band The Koobas aus Liverpool kenne ich erst seit Mitte der 1980er Jahre. Da brachte das englische Label Bam Caruso die einzige LP der Band aus dem Jahr 1969 unter dem neuen Titel „Barricades“ als Re-Issue raus. „Sweet Music“ oder „Face“ waren da allerdings nicht drauf. „Sweet Music“ ist die Coverversion einer Single eines gewissen Christopher Cerf aus den USA, dessen Version heute als Northern Soul Klassiker gilt. Die Aufnahme der Koobas ist typischer Mod Soul mit einem grandiosen Fuzzgitarren Riff zu Beginn. „Face“ auf der B-Seite ist das, was man heute als Freakbeat bezeichnet, und ebenfalls ziemlich klasse! Die Single erschien im UK im August 1966, ging aber ziemlich unter. Erstaunlich, dass sie überhaupt für Deutschland lizensiert wurde. Möglicherweise traute man der Band, die immerhin Ende 1963 ein dreiwöchiges Engagement im Hamburger Star Club hatte, etwas zu. 1967 erschien die Single auch in Dänemark (mit anderer B-Seite), wo sie aber wie hier in Deutschland nur geringes Interesse weckte. Dementsprechend selten und teuer ist sie, egal in welcher Version.

John St. John – You Can’t Mean It / One In A Million (Ariola 19 126 AT, 11/1966)

Noch so eine absolut rare und obskure Single. Kannte ich damals natürlich auch nicht. Ich hab‘ die Single Mitte der 1980er auf einem Flohmarkt eher zufällig mitgenommen, da ich weder Künstler noch Tracks kannte. Und dann stellte sich raus, das ist ein Northern Soul Klassiker und eine Super-Rarität. Im UK wurden beide Tracks auf verschiedenen Singles unter dem Bandnamen Chapter Five veröffentlicht. Wie es zu der deutschen Veröffentlichung kam, ist mir ein Rätsel. Allerdings gibt es auch eine italienische Version der Single, bei der lediglich A und B Seite vertauscht sind. Und es sind ja auch beide Tracks gleich gut, wie ich finde. Klassischer Wigan Casino Northern Sound halt. Die Band Chapter Five stammt aus Barrow-in-Furness im Nordwesten Englands. Viel mehr als die beiden Singles hat sie nicht veröffentlicht. Allerdings war sie Ende 1966 auch in Deutschland auf Tournee, vermutlich u.a. wegen des Single Release hier. Warum diese Single aber als John St. John erschien, bleibt ein Rätsel. Von diversen Re-Issues der Single wurden vermutlich deutlich mehr verkauft als von allen Originalen zusammen damals.

Lord Knud – Love’s A Waiting Game / I’m Your Guy (Hansa 19 236 AT, 12/1966)

Auf diese Single bin ich irgendwann in den frühen 1990er Jahren gestoßen bei meiner Recherche zu Beatmusik aus Deutschland. Den Sänger kannte ich aber natürlich schon lange. Knud Kuntze aus Berlin Lichterfelde, besser bekannt als Lord Knud, war ursprünglich Bassist der Berliner Band The Lords. Eine der erfolgreichsten aber oft auch peinlichsten Beat Bands aus Deutschland. Nachdem Knud bei einem Autounfall Ende 1964 ein Bein verlor und lange im Krankenhaus war, ersetzte ihn die Band kurzerhand durch einen anderen. Daraufhin machte er sich in Berlin als DJ einen Namen. Diese Single war dann wohl der Versuch, an die Musiker Karriere doch noch anzuknüpfen. Beide Tracks sind hübscher Beat Pop an der Grenze zum Schlager. Nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Erfolgreich war die Single nicht. Ab Oktober 1968 moderierte Lord Knud die Sendung „Schlager der Woche“ beim RIAS Berlin, die wöchentliche Hörer Chart Sendung, in der sowohl Beat wie Schlager gespielt wurde. Diese Sendung war vor allem bei Hörern in der DDR sehr beliebt. Noch erfolgreicher war Knuds Sendung „Evergreens A-Go-Go“ am Samstagvormittag, die er so wie die „Schlager der Woche“ bis Mitte der 80er Jahre präsentierte. Dann wurde er wegen eines sexistischen Witzes aus dem Verkehr gezogen. Danach war er Berater von Ulrich Schamoni bei der Gründung des Privatsenders 100,6. Wer sich – oder mich – fragt, warum diese Single hier dabei ist? Ich finde, sie gehört zur Geschichte der Beatmusik in Berlin. Das ist für mich Grund genug.

Sandy Sarjeant – Can’t Stop The Want / Lone Rivers Gonna Run (Polydor 52 798, 03/1967)

Sandy Sarjeant stammt aus London und war Go Go Tänzerin zunächst bei „Ready Steady Go“ im britischen Fernsehen und ab Ende 1966 auch beim Beat Club aus Bremen. Diese Single hier erschien damals nur in Deutschland und es blieb ihre einzige. Sandy trat damit auch im Beat Club auf, aber irgendwie ist das meiner Aufmerksamkeit wohl entgangen, obwohl ich den Beat Club seinerzeit regelmäßig schaute. Ich stieß auf die Single erst in den 1990er Jahren. Die A-Seite bietet frischen Freakbeat Pop mit einem leicht lasziven Zungenschlag. Auf der Flipside geht es flott aber eher konventionell poppig zu. War kein Hit damals und ist wohl bis heute eher ein Geheimtipp. Sandy Sarjeant war von 1968 bis 1972 mit Ian MacLagan von den Small Faces verheiratet, mit dem sie auch ein Kind hat. Was später aus ihr wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.

 

 

Twiggy – When I Think Of You / Over And Over (Ariola 19 432 AT, 05/1967)

Wer Twiggy ist, muss ich hoffentlich nicht erklären. Diese Single ist ihre zweite. Ich hörte sie im Frühsommer 1967 mehrfach in der Sendung „SF-Beat“ und hatte sie von dort auch mitgeschnitten. Gekauft habe ich sie erst sehr viel später auf irgendeinem Flohmarkt in den 80er Jahren. Die A-Seite ist zeittypischer Beat, durchaus über dem Durchschnitt. Damit muss sich Twiggy nicht hinter Sandie Shaw oder anderen englischen Sängerinnen verstecken. Auf der B-Seite eine verträumte, schlichte Ballade, die an Francoise Hardy denken lässt. „When I Think Of You“ wurde damals mehr oder weniger weltweit veröffentlicht und bekam durchaus Aufmerksamkeit, auch wenn die Single nirgends in den Charts auftauchte. Eine LP folgte, die allerdings schon wenige Jahre später in den Billigkisten der Plattenläden rumstand. Mitte der 70er Jahre hatte Dame Lesley „Twiggy“ Lawson dann aber doch noch Charterfolge im UK mit erwachsenem Country Pop.

 

 

The Ones – Lady Greengrass / Love Of Mine (Star-Club 148 593 STF, 11/1967)

Das ist nach meiner bescheidenen Meinung die beste Psych Pop Single einer deutschen Band in den Sixties. Es ist die einzige Single der Berliner Band The Ones, deren bekanntestes Mitglied Edgar Froese gewesen sein dürfte. „Lady Greengrass“ fängt wunderbar die Atmosphäre von Swinging London und dem Summer Of Love ein. „Pop, the grass is tangerine. Pop, the sky is suddenly green … she’s beginning to fly…” Dazu eine eingängige Melodie und ein an Pink Floyd erinnerndes Arrangement. Die B-Seite “Love Of Mine”, an der Edgar Froese als Co-Autor beteiligt ist, bietet eher Mod Soul Pop. Leider ist die Single damals völlig untergegangen. Die Band war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in Spanien unterwegs und wurde von Salvador Dali für einige Zeit als seine Hausband für Parties und Empfänge verpflichtet. Nach der Rückkehr nach Berlin 1968 setzte Edgar Froese dann auf Tangerine Dream. Ich stieß auf die Single im Zuge meiner Recherche zu Star-Club Records aus Hamburg im Jahr 1976. Damals war sie zum Glück noch vergleichsweise günstig zu bekommen.

 

Islanders – Beat The Clock / When Love Comes Knockin‘ At Your Door (Discofon DIS 107, -/1968)

Natürlich kannte ich diese Single 1968 noch nicht. Sie ist auch nicht in Deutschland erschienen. Den Titel „Beat The Clock“ lernte ich zunächst in seiner finnischen Version „Hetki Lyö“ Anfang der 1980er Jahre kennen. „Hetki Lyö“ war der erste Hit des finnischen Sängers Kirka im Jahr 1967 mit den Islanders als Backing Band. Tatsächlich handelt es sich um eine identische Aufnahme. Nur die Vocals sind einmal Finnisch und einmal Englisch. „Hetki Lyö“ ist in Finnland bis heute ein großer Hit, wurde vielfach gecovert und wird noch immer im Radio gespielt. Ein Evergreen also. Wunderbarer Sixties Beat Pop mit einem fulminanten Arrangement und toller Dynamik! Die englische Version wurde nachdem die finnische Version ein Hit war nur in Schweden veröffentlicht. Dort blieb der Erfolg jedoch aus, und die schwedische Single ist heute eine gesuchte Rarität, wobei die meisten Interessenten naturgemäß in Finnland beheimatet sind. Das Original von „Beat The Clock“ wurde von Richard Gottehrer geschrieben und mit den McCoys (die mit „Hang On Sloopy“) im Frühjahr 1967 als Single nur in Nordamerika veröffentlicht. Das Original war kein Hit, aber der Song wurde mehrfach gecovert, am erfolgreichsten wie gesagt in Finnland.

The Tremeloes – As You Are / Suddenly You Love Me (CBS 3234, 03/1968)

The Tremeloes kenne ich seit ihrem Riesenhit “Silence Is Golden”, aber „Here Comes My Baby“ und „Even The Bad Times Are Good“ mag ich noch lieber. Alle drei Singles 1967 erschienen und von mir damals aus dem Radio mitgeschnitten. Die erste Single, die ich von den Tremeloes kaufte, war jedoch diese hier. Im UK war „Suddenly You Love Me“ die A-Seite, wie ich später herausfand. Und im Radio gespielt wurde dieser Track hier bei uns auch häufiger. Ich mochte aber „As You Are“ immer viel lieber. Mir gefallen sowohl Melodie wie Arrangement sehr. Beides fällt ein wenig aus dem Rahmen des üblichen Mainstream Pop, für den die Band ja überwiegend bekannt ist. Und so ist „As You Are“ bis heute meine liebste Single, mein liebster Track von The Tremeloes, auch wenn die Aufnahme nie unter meinen All-Time-Faves in höheren Regionen dabei wäre.

 

 

 

Wonderland – Poochy / Moscow (Polydor 53 018, 04/1968)

Auch wenn das etwas kinderliedartige „Poochy“ die A-Seite der Single ist, im Radio gespielt wurde „Moscow“. Und „Moscow“ war auch der Hit. Bis auf Platz 15 der Charts kam die Single im Spätsommer 1968. Mit seinem an die Don Kosaken erinnernden Eingangschor und der dominanten Orgelmelodie, sowie dem heftigen Phasing auf den Drums und Frank Dostals kraftvollem Gesang setzt sich dieser Track sofort fest in den Ohren und bleibt dort unwiderruflich für immer. Die Band, die ja zum Teil aus ehemaligen Mitgliedern der Rattles bestand, hatte kurzzeitig ziemlich viel Erfolg. Das einzige Album „Wonderland Band No.1“ war für das breite Publikum dann aber zu experimentell, für die erwachsen werdenden Rock Fans jedoch noch zu verspielt und unausgegoren. Weitere Singles waren auch eher enttäuschend. Und so verläpperte das Ganze langsam und die Band löste sich 1971 auf. Die Single „Moscow“ kaufte ich damals schon, und ich habe sie immer noch.

 

The Mirror – Gingerbread Man / Faster Than Light (Philips 326 878 BF, 06/1968)

The Mirror sah ich mit “Gingerbread Man” im Beat Club im August 1968. Der Track gefiel mir auf Anhieb sehr, und die Single wurde bald darauf gekauft. Es handelt sich hier um recht typischen britischen Spätsechziger Beat Pop, eigentlich schon fast Power Pop. Tolle Melodie, kräftige Gitarren, knackige Bläser und eine druckvolle Rhythmusgruppe. Dazu ein Pop Song, der an ein Kinderlied erinnert. Auch die B-Seite ist sehr schön, ein bisschen psychedelischer jedoch. Die englische Band brachte seinerzeit nur diese Single raus, im UK und in Deutschland. 1986 erschien bei Bam Caruso eine 12“ EP mit vier weiteren Tracks, die 1969 entstanden. Das war’s.

 

 

 

 

The Twangy Gang – Girl’s Love / Real Good Love (Hansa 14 112 AT, 08/1968)

The Twangy Gang waren eine Berliner Beat Band, die ich 1967 und 1968 häufiger live erlebte im Jugendheim um die Ecke. Die Band war sehr an Swinging London orientiert und hatte immer die neuesten Klamotten direkt aus der Carnaby Street oder der King’s Road. Aber auch musikalisch waren die Jungs auf der Höhe der Zeit. Sie hatten schicke Orange Verstärker und spielten die aktuellen Hits fehlerfrei und so originalgetreu wie möglich. Ihr großes Plus dabei war ihr perfekter Harmoniegesang. Stücke wie „Let’s Go To San Francisco“ so perfekt live dargeboten, das war selten. Dass sie auch selbst Songs schrieben und als Single veröffentlichten, hab‘ ich damals nicht mitbekommen. Diese Single hier entdeckte ich erst gegen Ende der 1970er Jahre. Beide Tracks wurden vom Drummer der Band Joachim Hübner geschrieben. Allerdings muss man sagen, der an den Bee Gees und Sixties Mainstream Pop orientierte Sound der Single kam Ende 1968 schon etwas zu spät. Mir gefällt sie dennoch gut. 1969 erschien eine weitere Single, die dann etwas psychedelischer war, aber auch schon etwas spät dran. Beiden Singles war kein Erfolg gegönnt. Die Band trat auch mit den Songs aus dem Musical „Hair“ auf und veröffentlichte sogar ein Album mit diesem Programm im Jahr 1969. Joachim „Hübi“ Hübner spielte von 1976 bis 1980 bei der Soft Rock Band Wednesday, die auch über Berlin hinaus erfolgreich war. Mit einer deutschen Version von Jona Lewies „Stop The Cavalry“ unter dem Titel „Schwarz, Rot, Blond und schnuckelig“ hatte er 1981 einen kleinen bundesweiten Hit.

Neil McArthur – She’s Not There / World Of Glass (Deram DM 225, 02/1969)

Von 1970 bis 1972 war ich öfters im Jugend Club “Pop Inn” in Berlin Steglitz, einem der typischen vom Berliner Senat geförderten Clubs mit Diskothek und Live Musik. Gleich bei meinem ersten Besuch kam ich dazu, als der DJ Singles aus seinem Bestand, die er nicht (mehr) brauchte, ausmusterte. Er verschenkte die einfach ziemlich wahllos an Anwesende. So kam ich in den Besitz dieser wunderbaren Single. Ich wusste weder, wer Neil McArthur ist, noch kannte ich den Song „She’s Not There“. Aber ich war sofort begeistert von dem Song, von der tollen Stimme und von diesem großartigen psychedelischen Arrangement mit Streichern, Bläsern und phantastischer Dynamik. Dass Neil McArthur eigentlich Colin Blunstone heisst, dass er das Original der Zombies bereits 1964 sang, das fand ich erst später heraus, so wie ich die Originalversion auch erst sehr viel später kennenlernte. Die B-Seite hier „World Of Glass“ ist eine sehr ruhige, verhaltene Folk Pop Ballade. „She’s Not There“ gefällt mir in dieser Version übrigens deutlich besser als das Original, das ich inzwischen aber auch sehr schätze. Diese Single hier war kein Hit, nirgends. Bei mir jedoch Platz 5 im Jahr 1969.

Fleetwood Mac – Man Of The World / Earl Vince And The Valiants – Somebody’s Gonna Get Their Head Kicked In Tonite (Immediate 1C 006-90 134, 04/1969)

Von Fleetwood Mac kannte ich damals bereits das tolle Instrumentalstück „Albatross“. Und ein Freund von mir besaß ihre erste LP, die ich auch schon mal gehört hatte. Umso überraschender kam mir dann „Man Of The World“ vor. So zart, so gefühlvoll, so zurückhaltend und eigentlich extrovertiert zugleich. Wobei ich die Handschrift des Autors und Gitarristen Peter Green dann doch recht schnell wiedererkannte. „Albatross“ hat ähnliche Gitarren Momente. Von der B-Seite war ich zunächst ziemlich irritiert. Aber dann fiel mir der Klang der Debüt-LP wieder ein, und mir war klar, das ist dieselbe Band. Kleine Namensspielerei also nur. Spätestens mit dieser Single begann eine Jahre andauernde Liebe zu und Verbundenheit mit Fleetwood Mac, die auch nicht durch Peter Greens Ausstieg im Jahr 1970 getrübt wurde. Erst nach dem Album „Mystery To Me“ (1973) verlor ich vorübergehend das Interesse. „Man Of The World“ ist meine liebste Single des Jahres 1969.

 

Thunderclap Newman – Something In The Air / Wilhelmina (Polydor 59 314, 07/1969)

Diese Single war sehr präsent im Radio damals. Man konnte ihr eigentlich nicht entgehen. Und zumindest ich wollte das auch gar nicht. Ein ziemlich ungewöhnlicher Song mit einem ebenso ungewöhnlichen Arrangement. Tonart und Tempo wechseln mehrfach, und der eine Hippie Revolution beschwörende Text ist ebenfalls sympathisch. Hinter dem Ganzen steckte Pete Townshend, wie ich inzwischen weiß. Pete wollte seinem alten Kumpel Speedy Keene, der schon „Armenia City In The Sky“ für „The Who Sell Out“ geschrieben hatte, ein bisschen unter die Arme greifen. Hat geklappt. Die Single stand drei Wochen an der Spitze der UK Charts, und auch in den USA, in Holland und in Deutschland war sie ein Hit. Allerdings blieb es dann auch bei diesem einen Hit. Ein typisches One Hit Wonder also. Der Track tauchte immer wieder in Filmen auf, ein Evergreen bis heute.

 

 

Tommy James And The Shondells – Crystal Blue Persuasion / I’m Alive (Roulette DV 14902, 07/1969)

Tommy James And The Shondells kannte ich spätestens seit ihrem Hit “Mony Mony” aus dem Sommer 1968, aber auch ältere Singles wie „Hanky Panky“ oder „I Think We’re Alone Now“ waren mir geläufig. Und „Crimson And Clover“ hatte ich im Sommer 1969 noch in frischer Erinnerung. Diese Single hier knüpft in ihrer Machart dort an, erinnert also zunächst an „Crimson And Clover“, auch wenn sich Melodie und Arrangement natürlich unterscheiden. Der Rhythmus ist eh deutlich schneller. Gleich gekauft hab‘ ich die Single damals aber nicht. Irgendwann fiel sie mir dann in den 80ern auf einem Flohmarkt in die Hände. Da stellte ich dann auch fest, dass die B-Seite das gleiche „I’m Alive“ ist, das ich inzwischen in der Version von Don Fardon sehr liebe. Aber das nur am Rande. „Crystal Blue Persuasion“ ist eigentlich viel besser, als ich zunächst dachte. Eine toller, positiver und richtig aufbauender Popsong. Wieder gehört habe ich die Aufnahme übrigens kürzlich in einer Folge von „Breaking Bad“ und mich sehr darüber gefreut. Mit Crystal Meth hat der Song aber ganz sicher nichts zu tun.

Grapefruit – Deep Water / Come Down To The Station (RCA Victor 47-15151, 09/1969)

Im Spätsommer 1969 war ich mit meinen Eltern zum letzten Mal gemeinsam verreist. Wir waren in der Nähe von Bodenwerder im Weserbergland in einer Privatpension. Ich hatte mein Telefunken Bajazzo TS Kofferradio mit. Und ich hörte so oft es ging aktuelle Pop Musik. Ich weiß nicht mehr, welche Sender es da gab, aber ein Programm mit aktuellen Neuvorstellungen war auch dabei. Da hörte ich zum ersten Mal „Deep Water“ von Grapefruit im Radio. Ich war sofort begeistert und versuchte sogar noch im Urlaub, die Single in einem der Musikgeschäfte in der Umgebung zu bekommen. Klappte natürlich nicht. Aber zurück in Berlin wurde ich dann fündig bei Ton und Welle in Steglitz. Dort kaufte ich damals oft Singles. „Deep Water“ ist eine tolle Power Pop Single. Damals nannte man das natürlich noch nicht Power Pop. Knackiger Bass, treibender Rhythmus, und diese durchgehende Keyboard Begleitung zu einem mehr geshouteten als gesungenen Lied. Mitreissend! „Deep Water“ war der größte Hit der britischen Band in Deutschland (Platz 19). Ende des Jahres 1969 löste sie sich dennoch auf.

 

Spooky Tooth – Waitin‘ For The Wind / Feelin‘ Bad (Island 388 862 UF, 12/1969)

Spooky Tooth kannte ich bereits durch einen etwas älteren Freund, der ihre ersten beiden LPs schon damals Ende 1969, Anfang 1970 besaß. Aber meine eigene Begeisterung für die Band wurde vor allem durch diese Single entfacht, die Anfang 1970 in der Sendung „Hey Music“ des SFB neu vorgestellt wurde. Ich war gleich hin und weg. Dieses lange Intro mit dem verhallten Tom Tom, dann das Orgelriff, der Gesang setzt ein. Was für eine Stimme! Gänsehaut pur! Dieser schwere Sound! Es gab ja durchaus schon vorher harte Rock Singles. Aber nun war mein Interesse an dieser Musik, Hard Rock genannt, endgültig geweckt. Die Single wurde sofort gekauft. Später dann auch die LPs. Übrigens ist diese Single damals nur in Deutschland erschienen.

 

 

 

Them – It’s All Over Now, Baby Blue / Bad Or Good (Decca DL 25 618, 12/1973)

Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wann und wie ich die Gruppe Them erstmals kennenlernte. Ich kannte die Single „Here Comes The Night“. Auch „Gloria“ und „Mystic Eyes“ hatte ich schon mal gehört Anfang der 70er Jahre. Mehr aber nicht. „It’s All Over Now, Baby Blue“ kannte ich von der LP der Band The Matadors aus Prag, die ich 1969 geschenkt bekommen hatte. Dass der Song von Bob Dylan ist, hatte ich nur so am Rande registriert. Dylan war damals noch kein Thema für mich. Und dass sich die Version der Matadors an der von Them orientierte, das wusste ich natürlich auch nicht. Ich kannte die Them Version ja gar nicht. Aber ich liebte die Aufnahme der Matadors, und ich liebe sie noch heute sehr. Dann lief im Februar 1972 im ZDF der Film „Die Rocker“ von Klaus Lemke über eine Hamburger Rocker Gang. Den sah ich eher zufällig. Und in dem Film kam die Aufnahme von Them immer wieder vor. Quasi als Theme Song des Films. Ich dachte mir nichts dabei, wunderte mich aber schon, dass ich diese Aufnahme vorher gar nicht gekannt hatte, obwohl sie doch schon aus dem Jahr 1966 stammte vom zweiten Album der Band „Them Again“. Das erfuhr ich wieder mal von jenem etwas älteren Freund und Musik Fan. Ende 1973 wurde „It’s All Over Now, Baby Blue“ von Them in Deutschland als Single veröffentlicht. Die Band gab es da nicht mehr, schon gar nicht mit Van Morrison. Der hatte Them Ende 1966 verlassen. Die Single wurde dennoch zu ihrem größten Hit in Deutschland (Platz 13).

Zu den 19 Singles von „Little Girl“ bis „It’s All Over Now, Baby Blue“ gibt es auch eine Guitars Galore Sendung bei Mixcloud.

Der folgende Block widmet sich Singles, die zwischen Anfang 1966 und Ende 1968 in Deutschland veröffentlicht wurden. Das Besondere bei diesen Singles ist, sie sind im Herkunftsland der jeweiligen Band nicht erschienen. D. h. sie wurden von der deutschen Plattenfirma aus irgendeinem Grund für besonders veröffentlichungswürdig gehalten, obwohl die Mutterfirma für das Ursprungsland der Band anderer Ansicht war. Berücksichtigt habe ich nur solche Singles, die mir damals schon untergekommen sind. Seit Anfang 1967 hatte ich begonnen, mein Taschengeld für 17cm Schallplatten auszugeben. Die kosteten damals neu 4,75 DM. Aber es gab da in manchen Kaufhäusern in der Schallplatten Abteilung mitunter Singles auf dem Grabbeltisch für 1,- DM pro Stück. Das waren meist etwas ältere Singles, die nicht gut gelaufen waren, von denen zu viele hergestellt worden waren. So genannte Remittenden waren das. Meist hatte ihr Cover dann einen kleinen „R“ Stempel. Und auf solchen Grabbeltischen habe ich einige der folgenden Singles gefunden. Manche habe ich damals aber auch wirklich neu gekauft, weil ich sie toll fand und unbedingt haben wollte. Dass sie nur in Deutschland erschienen waren, wusste ich damals natürlich noch nicht.

 

The Walker Brothers – Land Of 1000 Dances / My Ship Is Coming In (Philips 320 207 BF, 01/1966)

Wahrscheinlich ist diese Single sogar schon 1965 erschienen. Es ist auf jeden Fall die einzige Single der Walker Brothers in den Sixties, die in Deutschland nicht auf Star-Club Records rauskam. Der Track „Land Of 1000 Dances“ kam im UK auf der LP „Take It Easy With The Walker Brothers“ zuerst raus. Und im UK war “My Ship Is Coming In” eine Single A-Seite Ende November 1965. Im Mai 1966 traten die Walker Brothers im Beat Club auf und sangen u.a. „Land Of 1000 Dances“, nicht aber „My Ship Is Coming In“. Diesen Auftritt hatte ich gesehen, und als ich die Single dann im Frühjahr 1967 bei Woolworth auf dem Grabbeltisch fand, griff ich natürlich zu. Inzwischen war „Land Of 1000 Dances“ ein Hit für Wilson Pickett, mir gefiel jedoch die Walker Brothers Version deutlich besser. Die ist elegant, aber doch druckvoll und treibend. Wilson Pickett war mir zu verschwitzt. Das Original von Chris Kenner aus dem Jahr 1962 habe ich dann erst sehr viel später kennengelernt, und es hat keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und auch die Version von Cannibal & The Headhunters, die 1965 in den USA ein kleinerer Hit war und dem Text das prägnante „Na na na na na“ hinzufügte, habe ich nur mal flüchtig gehört. Die Walker Brothers Aufnahme und damit diese Single gehört aber bis heute zu meinen großen Favoriten gerade für die Party und die Tanzfläche. „My Ship Is Coming In“ ist natürlich eine sehr schöne Pop Ballade der Art, die Scott Walker und seine „Brüder“ berühmt gemacht haben. Damals habe ich sie nur nebenbei gehört. Und eigentlich ist es bis heute dabei geblieben, obwohl ich sicher bin, ich tue dem Track damit Unrecht.

The Beatles – Nowhere Man / What Goes On (Odeon O 23171, 03/1966)

Auch diese Single fand ich bei Woolworth auf dem Grabbeltisch bei gleicher Gelegenheit wie die davor. „Nowhere Man“ stammt natürlich vom Album „Rubber Soul“, das ich seinerzeit allerdings noch nicht kannte. Die Single kam im März 1966 in Deutschland raus und kletterte bis auf Platz 3 der Charts. Insofern ist es sehr wahrscheinlich, dass ich die A-Seite bereits kannte, obwohl ich mich nicht mehr erinnere, wann ich sie zum ersten Mal hörte. Eigentlich erstaunlich, wenn ich bedenke, dass mir diese Aufnahme auch heute noch wohlige Schauer über den Rücken jagt. Vor allem wenn die Byrds Gitarre erklingt, aber auch schon bei dem tollen gedoppelten Gesang Johns gleich zu Beginn. Bis heute eine meiner liebsten Beatles Singles. Großartige Melodie, feines Arrangement! Die B-Seite „What Goes On“ höre ich ebenfalls noch immer sehr gerne. Der Song geht, wie ich jetzt weiß, auf Quarrymen Zeiten zurück. Gesungen wird er von Ringo, was mir damals gar nicht sofort auffiel.

 

The Kinks – Dandy / Party Line (Pye, HT 300032, 10/1966)

Dieser Single konnte man damals nun wirklich nicht entkommen. Im Oktober 1966 veröffentlicht kletterte sie im Dezember auf Platz 1 der Charts und blieb dort bis ins Jahr 1967 im Januar. Ich konnte mich damals zunächst nicht entscheiden zwischen dem Original der Kinks und der fast zeitgleich erschienenen Version der Herman’s Hermits. Und so blieb die Single zunächst ungekauft. Später dann fand ich sie auch auf besagtem Grabbeltisch bei Woolworth. Man sieht also, dass dort durchaus auch Hits landeten, wenn ihre Halbwertszeit abgelaufen war. Inzwischen liegt natürlich das Original der Kinks weit vorne in meiner Gunst. Eine typische Ray Davies Komposition. Und auch der Text ist natürlich wieder klasse und hintersinnig, auch wenn mich das damals noch nicht so interessiert hat. Auch die B-Seite ist absolut toll und wurde damals immer gerne auf Parties gespielt, obwohl sich der Sänger im Text ja gerade darüber beschwert, in so eine „Party Line“ geraten zu sein.

 

Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick and Tich – Hard To Love You / No Time (Star-Club 148 573 STF, 11/1966)

Der Band Dave Dee & Co. entkam man damals auch so überhaupt nicht. Sie waren ständig in der Bravo, die ich im Jahr 1967 relativ regelmäßig las. Und im Beat Club waren sie ebenfalls Dauergäste. Mit „Hard To Love You“ sah ich sie dort im November 1966. Da erschien auch die Single in Deutschland, die dann immerhin bis auf Platz 10 kam in den Charts und 15 Wochen darin blieb. Sowohl A wie B-Seite der Single stammten vom Autoren Duo Ken Howard und Alan Blaikley, das die Band bereits 1964 entdeckt hatte und unter seine Fittiche nahm. „No Time“ war übrigens im UK die erste Single A-Seite von DDDBMT Anfang 1965, die allerdings ziemlich erfolglos blieb. Howard/Blaikley schrieben alle Hits der Band, aber sie waren auch als Hitlieferanten für diverse andere britische Bands erfolgreich. Während „No Time“ noch ein bisschen ungelenk und naiv, wenn auch mit einem gewissen Charme, daherkommt, ist „Hard To Love You“ dann ganz ähnlich dem ersten Hit der Band „Hold Tight“ eine stampfende Proto Punk Beat Nummer, die gerade pubertierende Jungs und Mädels zu Höchstleistungen auf der Tanzfläche treibt. Dave Dee & Co. waren übrigens eine wirklich gute Live Band, die ähnlich wie die Beatles ihre Sporen in deutschen Beat Schuppen in den frühen Sixties verdiente.

The Hi-Fi’s – I’m A Box (Mum-Mum-Mum) / No Two Ways (Star-Club 148 578 STF, 02/1967)

Eine Single, die ich irgendwann gegen Ende 1967 auf dem Grabbeltisch bei Woolworth entdeckte und mehr wegen des Titels mitnahm. Vielleicht hatte ich die A-Seite aber auch davor mal im Radio gehört. Der Track hat eindeutig Novelty Charakter und ist für eine britische Beat Band eher untypisch. Aber 1967 war halt fast nichts unmöglich. Eine fast orientalische Melodie und ein Uff-Ta Rhythmus, sowie der völlig absurde Text und das ständig wiederholte „Mum-Mum-Mum“ im Refrain machte die Single wohl beim deutschen Publikum beliebt. Die Band stammte aus London, war aber in ihrer Heimat weitgehend unbekannt, trotz einiger Singles zwischen 1962 und 1968. Erfolg hatten The Hi-Fi’s nur in Deutschland, wo sie dann auch regelmäßig tourten. Auch ihre einzige LP „Snakes And HIFIS“ erschien nur hier auf Star-Club Records. Die Single B-Seite ist übrigens eine eher unspektakuläre Pop Nummer, die an frühen Merseybeat erinnert. Erschienen ist die Single in Deutschland im Februar 1967 und etwas später dann kurioserweise auch in den USA.

Donovan – Epistle To Dippy / Preachin‘ Love (Epic 5-10127, 02/1967)

Donovans großer Hit im Frühjahr 1967 in Deutschland war “Mellow Yellow”. Eine Aufnahme, die ich durchaus mochte, aber nicht so dringend als Single haben musste. Bei „Epistle To Dippy“ war das schon anders. Diese Single wurde hier in Deutschland ziemlich schnell nach „Mellow Yellow“ veröffentlicht, obwohl „Mellow Yellow“ gerade erst in den Charts nach oben kletterte und viel im Radio zu hören war. Möglicherweise steckte hinter dieser Veröffentlichungspolitik der Druck der Firmenzentrale in New York. Dort war „Epistle To Dippy“ nämlich die Nachfolgesingle zu „Mellow Yellow“, das in den USA im Februar schon wieder auf dem Abstieg aus den Charts war. Außerdem gab es im UK auch noch immer einen Rechtsstreit mit Donovans alter Plattenfirma Pye, die dort nach wie vor die Veröffentlichungsrechte hatte. „Epistle To Dippy“ erschien im UK jedenfalls nicht. Ich hatte die Single in der Sendung „SF-Beat“ gehört im Frühjahr 1967 und mochte sie sofort viel lieber als „Mellow Yellow“. Allerdings stieß ich auf die Single dann auch wieder erst auf Woolworths Grabbeltisch irgendwann im Herbst oder Winter. Entstanden ist die Aufnahme im Dezember 1966 in den Abbey Road Studios in London. Die elektrische Gitarre spielt ein gewisser Jimmy Page. Beide Tracks der Single sind auf keinem regulären Donovan Album enthalten. Die B-Seite „Preachin‘ Love“ hat ein sehr jazziges Arrangement und ist doch ein typischer Donovan Song. Diese Aufnahme taucht nur selten auf Compilations auf, während „Epistle To Dippy“ eigentlich auf fast allen Donovan „Best ofs“ zu finden ist. Die Mischung aus Folk Rock, Psychedelia und die eher ungewöhnliche Melodieführung, der schnelle 4/4 Rhythmus, das alles macht die Single zu etwas Besonderem.

The Beach Boys – Wendy / Mountain Of Love (Capitol K 23 500, 06/1967)

Diese Single war ebenfalls ein Grabbeltisch Fund irgendwann Ende 1967 oder Anfang 1968. Und ich hatte sie ungehört nur auf Verdacht mitgenommen, weil ich alles, was ich bis dahin von den Beach Boys kannte, durchaus mochte. Ich glaube, im Radio habe ich diese Single damals überhaupt nicht gehört. Und es ist auch ziemlich rätselhaft, wie es zur Veröffentlichung im Juni 1967 kam, schließlich waren die Aufnahmen bereits 1964 bzw. 1965 entstanden und auch in den USA veröffentlicht, auf den LPs „All Summer Long“ und „Party“ und im Fall von „Wendy“ auch auf einer erfolgreichen EP. Im UK war „Wendy“ dann die B-Seite von „Good Vibrations“. Möglicherweise war das ja der Grund, dass man sich bei EMI in Köln der Nummer erinnerte. Und wie ich inzwischen nachlesen konnte war „Wendy“ sogar kurz in den deutschen Charts auf Platz 36 im Sommer 1967. Wie auch immer, ich mag diese sehr gefühlvolle, melancholische Up-Tempo Komposition von Brian Wilson bis heute sehr, sehr gerne. Eine typische Beach Boys Single ist das mit wunderbarem Harmoniegesang, knackigem Basslauf und einem kurzen einprägsamen Orgelsolo. „Mountain Of Love“ ist dann so eine typische Party Aufnahme, nett und nicht weiter von Bedeutung, obwohl mir da Beach Boys Fans sicher sofort widersprechen werden.

The Monkees – Alternate Title (Randy Scouse Git) / Forget That Girl (RCA Victor 66-15017, 07/1967)

Ein großer Fan der Monkees war ich fast von Anfang an. Ihre TV-Serie schaute ich regelmäßig im deutschen Fernsehen und „I’m A Believer“ war eine der ersten drei Singles, die ich von eigenem Geld selbst kaufte. Da war es völlig klar, dass ich auch diese Single schon bald nach Erscheinen erwarb. Im UK (Platz 2) und in Deutschland (Platz 11) war das auch ein Hit. In den USA erschien die Single damals jedoch gar nicht, obwohl beide Tracks auf dem zweiten Album der Band „Headquarters“, das bereits im Mai 1967 rauskam, enthalten waren. Möglicherweise räumte man der A-Seite nicht genug Chancen am US Markt ein, wegen ihres starken England Bezugs, oder man wollte den nicht auch noch bewusst propagieren. Im UK wiederum musste der Titel geändert werden zu „Alternate Title“, weil „Randy Scouse Git“ nicht stubenrein klingt für britische Ohren. Der Song wurde von Micky Dolenz geschrieben, der sagte, die Idee sei ihm bei einer Party im Speakeasy Club in London gekommen, die die Beatles extra für die Monkees dort gaben. Abgesehen vom Text, der Song bzw. die Aufnahme ist eine Mischung aus Novelty, britischem Vaudeville und Music Hall Stil und sogar US Garage Punk. Ich mag die Single bis heute sehr gerne, auch wenn es deutlich bessere Singles der Band gibt. Die B-Seite ist eine hübsche und eher unbedeutende B-Seite bzw. Album Nummer.

The Hollies – Peculiar Situation / Pay You Back With Interest (Odeon O 23 535, 07/1967)

Die Hollies gehörten ebenfalls schon länger zu meinen Favoriten damals. Singles wie „On A Carousel“, „Carrie Anne“, Stop Stop Stop“ und „Bus Stop“ besaß ich bereits im Sommer 1967. Die letzten beiden schon etwas älteren auch wieder vom Grabbeltisch. „Peculiar Situation“ ging jedoch zunächst an mir vorbei. Irgendwann hörte ich die Single dann aber im Radio, und Anfang 1968 habe ich sie schließlich gekauft, ganz normal für 4,75 DM zusammen mit „Dear Eloise“ übrigens, das da gerade rausgekommen war. Die Singles erschienen bei verschiedenen Plattenfirmen in Deutschland („Dear Eloise“ auf Hansa), was mich damals nicht weiter interessierte. Beide waren aber nicht im UK als Single veröffentlicht, was ich natürlich damals auch noch nicht wusste. „Peculiar Situation“ und „Pay You Back With Interest“ stammten vom Album „For Certain Because“, das bereits im Dezember 1966 veröffentlicht worden war. Ab 1967 war das Berliner Hansa Label der deutsche Lizenznehmer für The Hollies. Vermutlich war das der Grund, weshalb die Single damals so verspätet in Deutschland auf Odeon erschien. Die EMI in Köln wollte am Erfolg der Band weiterhin teilhaben. Beide Songs sind übrigens ganz wunderbare Pop Kompositionen, für die das Autorenteam Clarke, Hicks, Nash sehr schnell bekannt und berühmt wurde. Besonders „Peculiar Situation“ ist ein sehr einfühlsamer Popsong für Pubertierende, die sich ihrer erwachenden Gefühle bewusst werden, diese aber auch reflektieren. Und auch eine soziale Komponente ist darin enthalten. Musikalisch genial umgesetzt mit Jangle Gitarren und tollem Harmoniegesang. Die B-Seite ist fast ebenso großartig. Etwas dramatischer angelegt ist der Track mit Piano und Glockenspiel.

Manfred Mann – She Needs Company / Oh No, Not My Baby (Electrola E 23 559, 08/1967)

Wieder so ein Grabbeltisch Fund irgendwann 1968. Auch hier nahm ich die Single mit, weil ich die Band kannte und mochte. Dass es nicht die gleiche Band war, die ich noch kurz zuvor mit „Mighty Quinn“ im Beat Club gesehen hatte, merkte ich dann aber schon bald. „She Needs Company“ wurde geschrieben und natürlich auch gesungen vom ersten Sänger der Band Paul Jones und stammte aus den letzten Aufnahmesessions der Band im Abbey Road Road Studio Ende 1965 noch für ihre alte Plattenfirma HMV. In England erschienen war der Track lediglich auf der EP „Machines“ im April 1966. Die B-Seite hier „Oh No, Not My Baby“ ist eine Goffin / King Komposition und in der Manfred Mann Version noch älter. Es war ein Hit im UK im April 1965. Das heißt also, auch diese Single hier wurde von der deutschen EMI im August 1967 veröffentlicht, um noch ein wenig vom Kuchen abzukriegen. Manfred Mann waren nämlich seit der Umbesetzung im Juli 1966 (neuer Sänger Mike d’Abo, neuer Bassist Klaus Voormann) bei Fontana unter Vertrag. Das alles habe ich natürlich im Detail erst später nachgelesen. Ein paar der frühen Manfred Mann Single Hits wie z.B. „Do Wah Diddy Diddy“ und „Pretty Flamingo“ kannte und mochte ich allerdings auch 1968 schon, und so war mir der Sound von „She Needs Company“ auch nicht völlig fremd. Im Gegenteil mag ich die Single sogar sehr gerne, und ich habe nie verstanden, warum das kein Hit war. Inhaltlich sogar richtig sozialkritisch (möglicherweise deshalb keine Single im UK), eine reiche ältere Frau und ein junger mittelloser Liebhaber, die letztlich doch nicht zusammenkommen. Musikalisch eingängiger Beat Pop mit einer jazzigen Bridge. „Oh No, Not My Baby“ ist feiner Pop in einem leicht angejazzten Arrangement. Alles in allem also eine wirklich lohnende Single.

The Smoke – High In A Room / If The Weather’s Sunny (Metronome B 1675, 08/1967)

“My Friend Jack” war ein Riesenhit im Sommer 1967. Und auch noch das recht ähnlich gestrickte „Have Some More Tea“ war im Radio deutlich präsent. Vermutlich wegen der Ähnlichkeit, denn eigentlich war das nur die B-Seite der in Deutschland dritten Single der Band The Smoke aus York, die dort 1965 als The Shots begann. „High In A Room“ erschien als Nachfolger von „My Friend Jack“, war aber nicht so erfolgreich. Vielleicht hab‘ ich die Single mal im Radio gehört, in Erinnerung geblieben ist sie mir da jedenfalls erstmal nicht. Im Juni 1968 sah ich The Smoke dann live im „Haus der Jugend Albert Schweitzer“ gleich bei mir um die Ecke aus Anlass des 10-jährigen Jubiläums des Jugendheims. Der Auftritt war natürlich toll. Die Band spielte so viel lauter als unsere einheimischen Beat Bands. Kein Wunder bei den Marshall Verstärkern. Sie eröffneten den Gig mit „Sunshine Of Your Love“ von Cream, das natürlich prädestiniert ist für lauten Gitarrensound. Aber sie spielten dann auch alle ihre eigenen Singles, die ja mehrheitlich nur in Deutschland erschienen waren. Nach dem Gig war ich Backstage, um mir Autogramme zu holen. Die Jungs wirkten auf mich damals erst 14-Jährigen sehr alt und Ehrfurcht gebietend. Zu einer längeren Unterhaltung reichte weder mein Mut noch mein Englisch. In ihrer englischen Heimat war die Band wie gesagt nicht sehr erfolgreich. Aber in Deutschland hielten sie bis 1976 durch. „High In A Room“ ist eine für die Zeit typische Freakbeat Pop Single, die sogar ein bisschen an die Small Faces erinnert. Die B-Seite ist dann eher leichter Piano Pop mit einem gewissen Charme. Die Single hab‘ ich mir bald nach dem Gig in Berlin gekauft.

Herman’s Hermits – Don’t Go Out Into The Rain (You’re Going To Melt) / Last Bus Home (Columbia C 23 596, 09/1967)

Auch Herman’s Hermits gehörten zu meinen frühen Favoriten. Ihr „No Milk Today“ war ebenfalls unter meinen ersten drei selbst erworbenen 7“45s. Und auch wenn ich nicht jede ihrer Singles sofort kaufte, so registrierte ich doch aufmerksam jede Neuigkeit die Band betreffend. Daher bekam ich natürlich auch diese Single mit, obwohl sie in Deutschland nicht sehr erfolgreich war. Der Song stammt von dem Brill Building Komponisten Kenny Young, der ihn auch mit einer Band namens Seagulls zuerst veröffentlichte. Die Version der Herman’s Hermits war in den USA ein Top 20 Hit im Sommer 1967. Im UK erschienen Versionen des Songs von den Swinging Blue Jeans und von David Garrick, dessen „Mrs. Applebee“ man im Frühjahr 1967 leider auch kaum entgehen konnte. Und Garrick hatte dann zumindest auch hier in Deutschland den Hit mit „Don’t Go Out Into The Rain“. Mir gefällt die Herman’s Hermits Version trotzdem besser, auch wenn das natürlich sehr leicht gewichtiger Pop ist, aber nicht ohne Charme. Auf der B-Seite hört man dann mit „Last Bus Home“ die deutlich interessantere Aufnahme. Eine schöne und recht eingängige Beat Nummer, die auch von einer der vielen US Garage Pop Bands jener Zeit stammen könnte. In den USA erschien dieser Track als B-Seite der Single „Museum“ und auf dem Album „Blaze“, im UK erschien er damals genausowenig wie die A-Seite. Ich fand die Single dann wieder mal auf dem Grabbeltisch.

The Easybeats – Falling Off The Edge Of The World / Remember Sam (United Artists 67 109, 10/1967)

“Friday On My Mind” kannte ich schon, mochte ich auch, aber die Single besaß ich damals noch nicht. Ansonsten waren die Easybeats für mich aber eher Unbekannte. Anfang 1968 hörte ich dann diese Single im Radio und war hin und weg! Ein toller Song und ein ziemlich bombastisches Arrangement mit Piano, Streichern und Background Chören. Wie ich jetzt weiss entstand die Aufnahme in New York während einer US Tournee der Band. In den USA, in Holland und hier in Deutschland war das dann eine Single A-Seite. Im UK und in der australischen Heimat der Band wurde diese großartige Aufnahme auf der B-Seite des eher bräsigen „Hello How Are You“ versteckt. Ein großer Hit war „Falling Off The Edge…“ leider nirgends. „Remember Sam“ ist ebenfalls nicht schlecht. Sehr britisch und zeittypisch mit hübschen Gitarrensounds und einem Tempowechsel zwischen Strophe und Refrain. Die Single kaufte ich zusammen mit „Everlasting Love“ von Love Affair und „Tin Soldier“ von den Small Faces.

 

Jimi Hendrix Experience – Foxy Lady / Manic Depression (Polydor 59 159, 12/1967)

Mit Jimi Hendrix und mir, das war so’ne Sache. Natürlich kannte ich alle Singles aus dem Radio. Und sogar das Debütalbum hatte ich bei einem Mitschüler schon im Sommer 1967 gehört. Die meisten Tracks hatte ich auf meinem Tonband, aber zu einem Kauf war es lange nicht gekommen. Meine erste Single der Jimi Hendrix Experience war ausgerechnet „Burning Of The Midnight Lamp“. Die Single erwarb ich im Oktober oder November 1967. Diese Single hier fand ich dann mal wieder auf dem Grabbeltisch irgendwann 1968. Erschienen war sie im Dezember 1967 in den USA (mit anderer B-Seite) und hier in Deutschland, ohne viel Aufsehen zu erregen. Man kann nun natürlich streiten, ob sie meine eingangs formulierten Kriterien überhaupt erfüllt. Schließlich war Hendrix Amerikaner. Allerdings war sein Lebensmittelpunkt damals London, und seine Band war im Grunde eine englische Band mit einem Plattenvertrag im UK. Und Track Records veröffentlichte „Foxy Lady“ nicht als Single. „Foxy Lady“ ist natürlich großartig und gehört heute zu meinen Lieblingstracks der Jimi Hendrix Experience. Und die B-Seite „Manic Depression“ mochte ich schon damals besonders gerne. Der ungewöhnliche Rhythmus, das Gitarrengewitter, aber auch der etwas kryptische Text nahmen mich ganz gefangen. Eigentlich gefällt mir der Track sogar besser als die A-Seite.

The Rolling Stones – 2.000 Light Years From Home / She’s A Rainbow (Decca DL 25 321, 01/1968)

Von den Stones kaufte ich tatsächlich jede Single ziemlich bald nach Erscheinen beginnend mit „Let’s Spend The Night Together“. Das gleiche machte ich übrigens bei den Beatles ebenfalls ab Anfang 1967. Und damit ich nicht so viele Stones Singles nachkaufen musste (was ich später natürlich doch tat), ließ ich mir zum Geburtstag im Oktober 1967 das Album „Big Hits (High Tide And Green Grass)“ schenken. Da waren so ziemlich alle Singles bis „Have You Seen Your Mother, Baby, Standing In The Shadow“ drauf. Diese Single hier wurde also gleich Anfang 1968 erworben. Dass sie im UK nicht veröffentlicht war, wusste ich damals nicht. Und es interessierte mich auch nicht. Das Album „Their Satanic Majesties Request“ erwarb ich dagegen erst sehr viel später. 1968 war ich noch sehr Singles orientiert. LPs interessierten mich eher selten, und ich konnte sie mir ja auch gar nicht leisten. Zu den beiden Tracks auf dieser Single hier muss ich hoffentlich nichts weiter sagen. Toll sind sie alle beide! „She’s A Rainbow“ lief übrigens damals weit häufiger im Radio als die A-Seite.

The Bee Gees – Holiday / Red Chair Fade Away (Polydor 59 156, 01/1968)

Ich muss gestehen, großer Bee Gees Fan war ich damals auch. Seit ich zum ersten Mal „New York Mining Disaster 1941“ im Radio gehört hatte, verfolgte ich alle Infos zu den Brüdern sehr aufmerksam. Die Bravo war da durchaus hilfreich. Und ich kaufte tatsächlich auch alle Singles der Band, die in Deutschland rauskamen, bis Ende 1968. Danach kühlte meine Liebe zu den Bee Gees langsam ab, obwohl ich die LPs noch bis „Odessa“ alle erwarb. Und so kaufte ich Anfang 1968 auch das Album „Bee Gees 1st“ als erste LP von meinem eigenen Geld. Ich weiß noch, dass mein Vater mir vorwarf, ein schlechtes Geschäft gemacht zu haben, weil ich einen großen Teil der Tracks auf der LP bereits als Singles besaß. Tja, mein Vater war ein sparsamer und ökonomisch denkender Mensch. „Holiday“ erschien als Single nur in den USA, in Deutschland und einigen weiteren europäischen Ländern, nicht aber im UK. Die Single war ein Top 20 Hit in den USA, in Holland sogar Platz 2 im Spätsommer 1967. Hier in Deutschland erregte die Single wenig Aufmerksamkeit, weil zur gleichen Zeit bereits „World“ überall im Radio lief und die Charts anführte. Die Veröffentlichung im Januar 1968 kam wohl zu spät. Doch ist „Holiday“ natürlich trotzdem ein guter Song. Typisch halt für die Bee Gees Kompositionen damals. Etwas melancholisch und etwas kryptisch vom Text her. „Red Chair Fade Away“ ist sogar eingängiger noch mit interessanten melodischen Wendungen und abwechslungsreicher arrangiert. Sicher nicht ihre beste Single, aber ich möchte sie auch nicht missen. Bis heute nicht.

The Creation – For All That I Am / Uncle Bert (Hit-ton HT 300235, 12/1968)

The Creation gehören heute zu meinen Favoriten jener Zeit. Das war damals zwar im Prinzip schon ähnlich, aber ich bekam nicht alles mit, was die Band betraf. „Painter Man“ war die erste Single von ihnen, die ich wahrnahm und dann auch kaufte. „Tom Tom“ folgte sehr bald nach. Andere Singles der Band erwarb ich dann erst sehr viel später, obwohl ich alles was im Radio von ihnen lief damals gleich auf Band aufnahm. Die Band war ja auch vor allem in Deutschland erfolgreich, trat mehrfach im Beat Club auf und tourte viel durch die Bundesrepublik. Dass die Band sich bereits Ende 1966 umbesetzt hatte, wusste ich damals nicht. Und auch dass sie sich Anfang 1968 auflöste, um kurz darauf in neuer Besetzung doch weiter zu machen, hatte ich seinerzeit gar nicht mitbekommen. Die Single „Midway Down“, die im Mai 1968 erschien und von dieser neuen Besetzung eingespielt worden war, entging auch zunächst meiner Aufmerksamkeit. Diese neue Besetzung bestand übrigens aus dem ursprünglichen Sänger der Band Kenny Pickett, dem Drummer Jack Jones, dem Bassisten Kim Gardner und Ronnie Wood an der Gitarre. Lange hielt aber auch dieses Line-Up nicht und im Sommer 1968 gab es The Creation nicht mehr. In Deutschland erschienen dann noch zwei weitere Singles. Die letzte „For All That I Am“ fand ich mal wieder auf einem Grabbeltisch im Jahr 1969 und griff zu, weil ich ja nur Gutes kannte von dieser Band, die ich leider viel zu früh aus den Augen und Ohren verloren hatte. Der Song „For All That I Am“ stammt von einem US Komponisten Duo Paul Kahan und Stephen Friedland. Die einzige andere Aufnahme des Songs ist von der US Pop Gruppe The Tokens und erschien 1967 auf einer EP. Wie The Creation an den Song kamen, weiß ich nicht. Ihre Version ist jedenfalls toll, so wie der Song überhaupt ein wundervoller Pop Song ist. Und auch die B-Seite der Single „Uncle Bert“ ist ein hübscher Song, der aber auch von der speziellen Interpretation der Band hier sehr profitiert, die ihn  dazu auch gemeinsam geschrieben hat. Diese Single ist ein sehr würdiger Abschluss der Karriere einer der besten englischen Freakbeat und Artpop Bands der Sixties.

Wer mag kann übrigens alle eben beschriebenen 17 Singles in meiner Radiosendung Guitars Galore vom 19.02.2019 hören.

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